FAST VERHEIRATET
Darsteller:  Jason Segel, Emily Blunt, Chris Pratt, Alison Brie, Rhys Ifans
Regie:  Nicholas Stoller
Dauer:  124 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  movies.uip.de/fast-verheiratet
 

Es ist das leidige Thema: Sobald die Verlobung über die Bühne gegangen ist und die Hochzeitsplanungen in Angriff genommen werden wollen, fängt man an zu überlegen und es kommt ständig etwas dazwischen. Bei Violet (Emily Blunt) und Tom (Jason Segel) sieht das nicht anders aus. Sind es zunächst Toms Karriere als Koch in einem Gourmet-Restaurant und Emilys Studienabschluss, die für Aufschub sorgen, wird ihre nicht mehr ganz so junge Beziehung bald auf eine ganz andere Probe gestellt.

Die Vorbereitungen der Hochzeit sind schon weit gediehen, da bekommt Violet eine Forschungsstelle an der Uni in Michigan angeboten. Die ist zwar befristet, aber erstens ist Michigan nicht San Francisco und zweitens bekommt Tom fast zeitgleich die Möglichkeit neuer Chef im Restaurant zu werden. Dennoch fällt die Entscheidung schweren Herzens zugunsten von Violets einmaliger Chance und des vorübergehenden Aufenthalts in der kalten Provinz. Und damit ist es erstmal wieder nichts mit Heiraten.

Was dann kommt, ist zwar gewollt komödiantisch aufbereitet, hat aber schon aufgrund der Vorraussetzungen einen durchaus ernsten Hintergrund. So ist es schon amüsant, dass Tom nach langer, vergeblicher Jobsuche schließlich in einem schrägen Schnellimbiss landet, aber man verliert doch die Auswirkungen auf die Beziehung der beiden Betroffenen – Toms Frustpegel steigt nahezu linear - nicht aus dem Auge. Und das ist vor allem Jason Segel geschuldet, der den gutmütigen, etwas trotteligen Sympathen Tom mit einer Leichtigkeit gibt, dass man ihn sich fast als Freund wünscht. Dagegen fällt sein Gegenpol Emily Blunt als die etwas rücksichtslosere Violet doch ein bisschen ab. Aber das Zusammenspiel der beiden passt schon insofern, als man ihnen die sich zuspitzende Problematik ihrer Situation jederzeit abnimmt und dabei auch gern den einen oder anderen niveaulosen Gag verzeiht.

Trotzdem hängt der Film so ein bisschen zwischen den Stühlen Drama und Komödie und hat gerade wegen seines zeitweiligen Brachialhumors einige Längen, über die auch alle Anteilnahme nicht hinwegtäuschen kann. Ein Glück ist es da, dass ein Rhys Ifans als Violets Psychologieprofessor um die Ecke kommt und die eingefahrenen Strukturen immer wieder ein wenig aufreißt, auch wenn er damit den Hochzeitsplänen der beiden einen weiteren Stein in den Weg legt.

Wertung: 5 von 10 Punkten



(Mick)