FENCES
Darsteller:  Denzel Washington, Viola Davis, Russell Hornsby, Mykelti Williamson
Regie:  Denzel Washington
Dauer:  139 Minuten
FSK:  freigegeben ab 6 Jahren
Website:  www.fences-film.de
 

Mit "Fences" legt Denzel Washington ein unter die Haut gehendes Drama vor, basierend auf dem Pulitzer-preisgekrönten, gleichnamigen Roman und Theaterstück des amerikanischen Autors August Wilson. Washington hat nicht nur die Regie übernommen, er ist auch Mitproduzent und spielt die Hauptrolle.

Einst war Troy Maxson (Denzel Washington) ein aufstrebender Baseball-Spieler, allerdings wurde seine Karriere als Afroamerikaner durch rassistisch motivierte Ausgrenzungen viel zu früh beendet. Viele Jahre später verdient er sein Geld als Müllmann im Pittsburgh der späten 50er-Jahre, holt jeden Tag mit seinem Kollegen Jim Bono (Stephen Henderson) die Mülltonnen aus den Gassen der Stadt und setzt sich dafür ein, dass doch auch Schwarzen erlaubt sein müsste, den Müllwagen zu fahren.

Zufrieden stellt ihn dies nur bedingt. Immerhin hat er sich und seiner Familie kürzlich ein Haus gekauft, allerdings aus einer Entschädigung finanziert, die sein jüngerer Bruder Gabriel (Mykelti Williamson) für einen im Krieg erlittenen, psychischen Schaden erhalten hatte. Im Haus lebt er mit seiner liebreizenden Frau Rose (Viola Davis) und Sohn Cory (Jovan Adepo), der gerade selbst von einer Baseball-Karriere träumt. Auf Grund der selbst erlebten Enttäuschung aber erlaubt ihm Troy nicht, den Fokus auf den Sport zu legen, als Cory hier eine Chance geboten wird - er soll lieber im Supermarkt um die Ecke weiter Geld verdienen in seiner Freizeit. Der Haussegen hängt somit mächtig schief, und so bekommt auch Troys Sohn aus früherer Ehe, der sich als Musiker durchschlagende Lyons (Russell Hornsby), keine warmen Worte von seinem Vater, als er ihm einen Besuch abstattet. Dabei schienen die Tage vorher doch eher nett abzulaufen - wenn Troy nach getaner Arbeit mit Jim noch in seinem Garten saß und bei einem Drink jede Menge Anekdoten aus der Vergangenheit, wahre wie ersponnene, zum Besten gab. Da scheint also noch etwas zu sein, was Troy belastet...

"Fences" ist ein bewegendes, berührendes Drama über Liebe, falschen Stolz, Angst und Versagen - nicht umsonst für einen Oscar als "Bester Film" nominiert, eine von vier Nominierungen. Troy flüchtet aus Frust über sein Leben und sich selbst in eine Macht als Familienoberhaupt, die seiner Person jede Sympathie raubt und an der die Familie zu zerbrechen droht. Dass der Film auf einem Theaterstück basiert, ist anhand der sehr wenigen Schauplätze schon klar ersichtlich - das meiste spielt sich im und am Haus der Maxsons ab. Dies tut der Intensivität des Streifens aber keinen Abbruch, im Gegenteil, hier wird umso mehr fokussiert. Die Darsteller spielen sehr überzeugend. Nicht nur Viola Davis, die gerade erst für ihre Rolle mit einem Golden Globe als "Beste Nebendarstellerin" geehrt wurde, weiß mitzureißen - auch Denzel Washington, für einen Oscar nominiert, und die anderen spielen äußerst glaubwürdig. Starkes Kino mit Anspruch.



Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)