FREE FIRE
Darsteller:  Armie Hammer, Brie Larson, Cillian Murphy, Sam Riley
Regie:  Ben Wheatley
Dauer:  90 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  freefire-film.de
Facebook:  facebook.com/splendidfilm
 

Hätte "Free Fire" einen ins deutsche übersetzten Titel, dann könnte dieser eigentlich nur "Feuer frei" lauten. Für sanfte Gemüter ist der neue Streifen von Regisseur Ben Wheatley ("High-Rise") definitiv nichts. Man muss Feuergefechte ebenso mögen wie verschrobene Charaktere und eine skurrile Szenerie - dann ist man hier genau richtig.

Wir befinden uns im Boston der späten 70er-Jahre. Justine (Brie Larson) hat einen Waffendeal vermittelt und bringt in einer verlassenen Lagerhalle die beiden Iren Chris (Cillian Murphy) und Frank (Michael Smiley) mit den zwielichtigen Geschäftsmännern Ord (Armie Hammer) und Vernon (Sharlto Copley) zusammen. Was eigentlich ein simpler Deal sein könnte und sollte, eskaliert dann zur Überraschung aller, als die jeweiligen von den Profis als Schlepper mitgebrachten, dümmlichen Kleinganoven einen im Nachtleben kurz zuvor ausgetragenen Streit fortsetzen. Plötzlich fliegen die Kugeln und keiner kann sich seines Lebens mehr sicher sein.

"Free Fire" vermag es, trotz seiner Kammerspiel-artigen Konzentration auf eine Lagerhalle als Handlungsort und seiner größtenteils aus Ballerei bestehenden Handlung nicht langweilig zu werden. Es war hierbei allerdings sinnvoll, den Film dann auch bei ehemals handelsüblichen 90 Minuten Spielzeit zu belassen, die gibt es ja heute immer weniger und viel zu oft beklagen wir uns dann über Längen. Das Herrliche an dieser Ganoven-Inszenierung sind die gut herausgearbeiteten, so unterschiedlichen Charaktere, kulturell genau so unterschiedlich wie in puncto intellektueller Fähigkeiten. Die Figuren werden bestens gespielt von der tollen Oscar®-Preisträgerin Brie Larson ("Raum"), Armie Hammer ("Codename U.N.C.L.E."), Cillian Murphy ("Dark Knight"-Trilogie), Sam Riley ("Das finstere Tal"), Sharlto Copley ("Hardcore Henry"), Michael Smiley ("Kill List") und den wenigen anderen Akteuren. Zudem gefällt die irrwitzige Fortentwicklung einer Handlung, die mehrmals eigentlich schon den toten Punkt zu erreichen scheint, aber immer wieder Fahrt aufnimmt. Martin Scorsese war vom Script übrigens derart angetan, dass er als Ausführender Produzent funigierte.



Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)