Frequency

D: Dennis Quaid, Jim Caviezel, Elizabeth Mitchell, R: Gregory Hoblit, 119 Min.

Muss man immer nach dem Warum fragen? Nein. Wir schreiben 1969. Dass Frank Sullivan (Dennis Quaid), glücklicher Vater und stolzer Kopf einer dreiköpfigen Kleinfamilie, mit seinem kleinen Sohn John spielt und spricht - nicht ungewöhnlich. Dass er aber über Funkgerät plötzlich mit dem 36-jährigen John (James Caviezel) aus dem Jahr 1999 kommuniziert, das hält er natürlich zuerst für einen Scherz. Funkelnde Sonnenflecken sind am Himmel zu sehen, 1969 und 1999. Mehr erhält und sieht man nicht als Erklärung, aber warum auch, es gibt eben diese audiotechnische Brücke zwischen den beiden Männern, die am selben Funkgerät und selben Schreibtisch sitzen. Für John eine Chance. Er erinnert sich nur noch wenig an den Vater, der damals, vor 30 Jahren, als immer wieder furchtloser Feuerwehrmann bei einem heldenhaften Einsatz ums Leben kam. Als John realisiert, dass er mit seinem Vater spricht, warnt er ihn vor den Umständen seines Todes, und trotz Verzicht auf feiges Fernbleiben von der Arbeit oder Aufgeben von Menschenleben im Feuer kann sich Frank am folgenden Tag retten. So verändert sich für John die Realität. Plötzlich hat er einen Vater auf den Familienfotos, die sonst nur die Mutter zeigten, der laut Aussage seiner Freunde noch zwanzig Jahre glücklich lebte, bevor er an Lungenkrebs verstarb. Ein Wink, Frank solle weniger rauchen, und alles würde sich vielleicht noch einmal ändern. So einfach aber ist es nicht. Die Mutter (Elizabeth Mitchell) verschwindet von den Familienfotos, da sie einst von einem Serienkiller umgebracht wurde, und zwar von genau dem, dessen Fall John gerade als Polizist arbeitet, nachdem alte Leichen gefunden wurden. Die Realität steht für John Kopf, und so bittet er den Vater, sich auf die Suche nach dem Killer zu machen, immer die Trümpfe in der Hand, denn er weiß, wann in etwa und wo wieder eine Krankenschwester ermordet wird.

Die Handlung von "Frequency" mag sehr konstruiert klingen, so kommt sie einem aber nie vor. Im Gegenteil, man erfreut sich an der Vorstellung, diese Funk-Zeitreise zum eigenen Vater und sogar zu sich selbst 30 Jahre früher zu vollziehen. Die Veränderung der Realität durch Tipps in die Vergangenheit wird spannend und ergreifend umgesetzt, die Schauspieler überzeugen voll, und so ist "Frequency" einer der besten Filme des Jahres.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)