Galaxy Quest - Planlos durchs Weltall

D: Tim Allen, Sigourney Weaver, Alan Rickman, R: Dean Parisot, 102 Min.

Einst waren sie die Helden der Science Fiction-Fernsehserie "Galaxy Quest" um das Raumschiff NSEA Protector, die vier Staffeln lang von 1979 bis 1982 die Zuschauer begeiserte. Jason Nesmith (Tim Allen, den man vor allem aus der TV-Serie "Hör mal, wer da hämmert" kennt) spielte den heldenhaften Commander Peter Quincy Taggart, der in allen noch so ausweglos erscheinenden Situationen den richtigen Befehl parat hatte. Gwen DeMarco (Sigourney Weaver) agierte als Lt. Tawny Madison, die mehr Blondchen mit hochgepressten Rundungen als wirklich wichtig für die Crew war. Alexander Dane (Alan Rickman) übernahm den Part des Dr. Lazarus vom Planeten Tev'Meck, halb menschlich, halb Reptil. Früher ein ernsthafter Shakespeare-Darsteller war er sich wohl nicht bewusst, dass er durch diese Rolle seine Rückkehr zu hochtrabenden Rollen vergessen konnte, war er doch fortan auf den Gummimaske-tragenden Spaceship-Crewmember festgelegt, was ihn oft depressiv und missmutig werden lässt. Hinzu kamen Fred Kwan (Tony Shalhoub) als Technikbeauftragter Sergeant Chen und Tommy Weber (Daryl Mitchell) als damals zehnjäriger Navigator und Scharfschütze Lieutenant Laredo. Wie gesagt, das war einst, vor fast 20 Jahren. Heute treffen sich die ehemaligen Crewmitglieder hin und wieder auf Fan-Conventions, wo sie sich in ihren alten Kostümen von (oftmals maskierten) Anhängern der Serie feiern lassen und Autogramme geben.

Der Film beginnt mit einer dieser Veranstaltungen, und während auf einer Leinwand eine alte "Space Quest"-Episode gezeigt wird, bereiten sich die Ex-Stars in ihrer Garderobe auf den Auftritt vor, wobei Alexander wie immer schlechter Laune ist und alles am liebsten abblasen will, weil er absolut keine Lust auf den ganzen Blödsinn hat. Jason hingegen kommt mal wieder als Letzter, ist aber guter Laune und scheint sich gerne noch im alten Ruhm zu sonnen. Er überredet Alexander rasch, auf die Bühne zu gehen, und da stehen sie nach ihrem Aufruf durch Convention-Veranstalter Guy Fleegman (Sam Rockwell), mit Standing Ovations bedacht, vor einer grölenden und applaudierenden Menge. Neben den mehr oder weniger durchgeknallten Freaks befinden sich allerdings diesmal auch - wem könnte das in der bunten Menge schon auffallen - einige wirklich Außerirdische, normalerweise schleimige krakenartige Wesen, die sich aber ins menschliche Form transformiert haben. Wie sie Jason erklären, sind sie Thermianer vom Planeten Klatu Nebel und gekommen, um ihn um Hilfe zu bitten im Kampf gegen den bösen Sarris.

Natürlich nimmt Jason sie nicht ernst, doch am nächsten Morgen stehen sie vor dem Haus des nach einer alkoholvernichtenden Nacht völlig verkaterten Fernsehhelden und überreden ihn, sie zu begleiten. Während sie ihm die Geschichte über den fiesen Sarris im Auto erzählen, schläft Jason hinter seiner Sonnenbrille den Rausch aus und wacht erst an Bord der NSEA Protector wieder auf, nur dass das Innenleben des Raumschiffs diesmal nicht aus Pappe ist, haben die Thermianer es doch aufgrund der "historischen Dokumente" original getreu nachgebaut. "Historische Dokumente"? Ja, die Thermianer halten die TV-Serien-Folgen wirklich für ernsthafte Geschichtsdokumentation, sind ihnen Unterhaltungssendungen doch völlig unbekannt. Anfangs ist Jason überrascht über die Mühe, die man sich gemacht hat, um das Raumschiff echt erscheinen zu lassen, und spielt das Spiel mit. Auf dem Sessel des Commanders gibt er den Befehl, Sarris Flotte zu beschießen. Als er sich kurz danach auf die Erde zurück beamen lässt, durchreist er in rasantem Tempo das Weltall und ihm wird schlagartig klar, dass er sich wirklich auf einem, seinem Schiff befand und alles real ist.

In heller Aufregung informiert Jason die Schauspielerkollegen, die sich gerade auf einer Werbeveranstaltung befinden, ihm natürlich aber kein Wort glauben. Auch als die Thermianer wieder auftauchen und berichten, dass der Angriff auf Sarris nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, ändert dies nichts. Was aber haben sie zu verlieren in ihrem grauen Alltag, bei aller Tingelei von einer Convention zur nächsten? Nichts. Und so folgen sie, zusammen mit Veranstalter Guy, Jason auf das Schiff und sind mehr als baff, dass er nicht gelogen hat. Da sind sie nun also, Schauspieler einer TV-Serie, und wissen nicht so recht, wie sie den Erwartungen der Thermianer gerecht werden können, sie zu retten, geschweige denn, wie man in der Realität mit dem Raumschiff umgeht. Es dauert nicht lange und Sarris lässt sich blicken...

Science Fiction und Parodie des Genres zugleich, so könnte man "Galaxy Quest" in wenigen Worten umreißen. In köstlicher Weise werden sowohl Serien wie "Raumschiff Enterprise" und Co. auf's Korn genommen, als auch der teilweise verrückte Fankult, der um sie veranstaltet wird. Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet und besetzt, es ist eine wahre Freude, die Darsteller agieren zu sehen. Die Geschichte, die Parodie und Science Fiction-"Spannung" in gelungener Weise nebeneinander laufen lässt, wird nie langweilig und macht von der ersten bis zur letzten Minute Spaß.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)