Gangster No. 1

D: Paul Bettany, Malcolm McDowell, David Thewlis, R: Paul McGuigan, 102 Min.

Im Bereich des kühlen, klassischen Gangsterfilms kommt aus England mit "Gangster No. 1" ein gelungener Streifen in unsere Kinos. Die Umsetzung eines Bühnenstücks von Louis Mellis und David Scinto handelt vom Aufstieg des kleinen, herzlosen, hasserfüllten "Gangster" (Paul Bettany, der ansonsten keinen Namen im Film hat) im London der später 60er-Jahre. Von Freddie Mays (David Thewlis), dem berüchtigten "Schlächter von Mayfair", wird Gangster in seine Gang aufgenommen und entwickelt sich aufgrund seiner Kaltblütigkeit rasch zu dessen rechter Hand. Gewaltbereitschaft bis hin zu Mord sind hierbei an der Tagesordnung. Als sich die schöne Nachtclubsängerin Karen an Freddies Seite begibt, plant Gangster, angetrieben von Eifersucht, Neid und Machtgier, seinen finalen Aufstieg, er will den Platz des Bosses einnehmen. Hierbei geht er über Leichen, und Freddie hat Glück, dass er anstatt im Himmel doch noch im Gefängnis landet, verraten von seinem engsten Schützling. 30 Jahre später wird Freddie entlassen...
Malcolm McDowell, der den gealterten Gangster spielt, wird so zitiert, dass Clockwork Orange (wo er ja einst mitspielte) gegen Gansgter No. 1 "wie ein Disney Film" wirke. Ganz so ist es nicht, aber die Mischung aus Gewalt, Coolness und verbohrtem Wahn ergeben durchaus einen blutiges Killer-Psychogramm, das alles andere als leichtverdaulich ist. Paul McGuigan hat seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm nach "The Acid House" gut inszeniert und prima besetzt. Harter Toback, aber in jedem Fall gelungen.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)