GET OUT
Darsteller:  Bradley Whitford, Caleb Landry Jones, Stephen Root, Lakeith Stanfield
Regie:  Jordan Peele
Dauer:  130 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.getout-film.de
Facebook:  facebook.com/GetOut.DE
 

Dass Jordan Peele, bisher hauptsächlich bekannt als Teil des auf Comedy Central zu Ruhm gekommenen Comedy-Duos Key & Peele, ausgerechnet einen Horror-Thriller als sein Regiedebüt vorlegt, das hätte wohl niemand vermutet. Dass er hiermit über 100 Millionen Dollar alleine in den USA einspielt, damit auch nicht.

In "Get Out" mutet anfangs eigentlich alles idyllisch an. Nachdem Chris (Daniel Kaluuya) nun schon einige Monate mit Rose (Allison Williams) zusammen ist, nimmt ihn diese mit in das abgelegene Landhaus ihrer Eltern, um ihn der Familie Armitage vorzustellen. Die Bedenken, ob er als erster dunkelhäutiger Freund der weißen Rose denn auch direkt akzeptiert wird, sind schnell zerschlagen, als Vater Dean (Bradley Whitford) und Mutter Missy (Catherine Keener) Chris herzlich aufnehmen. Lediglich Bruder Jeremy (Caleb Landry Jones) scheint einen an der Waffel zu haben. Die Vermutung seines besten, bei der TSA tätigen Freundes Rod (Lil Rel Howery) aber, dass Chris hier nur auf's Land gelockt wird, um dann als schwarzer Sex-Sklave zu dienen, scheinen sich in all ihrer Absurdität als unbegründet zu bestätigen. So richtig wohl aber fühlt Chris sich dann doch nicht. Deans vermehrte Witze sind mehr als nervig, Missy bringt ihn mittels einer unerwünschten Hypnose vom Rauchen ab, und die afroamerikanischen Hausangestellten Georgina (Betty Gabriel) und Walter (Marcus Henderson) agieren irgendwie wie ferngesteuert. Auch wenn Rose sich zunächst größte Mühe gibt, das Ganze entwickelt sich nach und nach dann doch zu einem bitterbösen Albtraum für Chris...

Jordan Peele, der auch das Drehbuch geschrieben hat, ist es hervorragend gelungen, Spannung aufzubauen und den Zuschauer in "Get out" zu fesseln. Im Gegensatz zur Masse an Horror-Thrillern setzt er nur selten auf handelsübliche Schock-Effekte und saugt sein Publikum mehr und mehr in die Handlung hinein. So identifiziert man sich rasch mit Chris und die Verdachtsmomente werden mittels subtiler Ungereimtheiten angehäuft, dass hier doch vieles nicht stimmt im Hause der Armitages. Klasse Regiedebüt, wirklich fesselnd!



Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)