My Big Fat Greek Wedding



D: Nia Vardalos, John Corbett, Michael Constantine, R: Joel Zwick, 96 Min.

Toula Portokalos (Nia Vardalos) ist mit ihrem 30 Jahren nicht sonderlich glücklich. Einen Mann hat sie nicht, geschweige denn einen Freund - sie macht allerdings auch nichts aus sich, lebt blass vor sich hin. Im "Dancing Zorba's", dem Restaurant ihrer Familie in Chicago, arbeitet sie als Bedienung, und der ganze Familienclan und Freunde machen sich schon Gedanken, was aus ihr werden soll. Ihr Vater Gus (Michael Constantine) ist Grieche durch und durch. Für jedes Wort findet er einen griechischen Ursprung, und sowieso ist für ihn nur das Griechische gut und alles andere Randkultur. Eines ist für ihn daher sicher - Toula wird irgendwann den richtigen Griechen kennen lernen, eine große, griechische Hochzeit feiern und dann viele griechische Kinder haben. Was er in seinem Griechenwahn (selbst sein Haus sieht heimatlich aus, mit Landesflagge auf dem Garagentor) für ausgeschlossen hält, trifft ein. Nachdem Toula sich modern kleidet, schminkt und frisiert, dazu noch nach einem Computerkurs in der Reiseagentur ihrer Tante arbeitet, lernt sie Ian (John Corbett) kennen und verliebt sich in ihn - einen Amerikaner. Was nun? Anfangs wehrt sie sich noch gegen ihre und Ians Gefühle, aber die Liebe geht ihren Weg, beide werden ein Paar. Als Vater Gus eines Tages eingeweiht wird, hängt der Haussegen erst einmal schief. Seine Frau (Lainie Kazan) aber kann ihn besänftigen, und so bekommt Ian seine Chance doch noch - hierbei prallen allerdings Extreme aufeinander, vor allem Ians ruhige Eltern auf Toulas wilden und feierwütigen Griechen-Clan.

"My Big Fat Greek Wedding" ist eine wunderbar inszenierte Komödie über die Liebe, die kulturelle Grenzen überwindet. Die Figuren im Film sind großartig gezeichnet, stellenweise auch überzeichnet, dass es nur so Freude macht. Wenn Papa Gus über Umwege so gsteuert wird, dass er denkt, Toula Computerkurs sei seine tolle Idee, oder wenn Toulas Bruder Ian als Witz (oder auch nicht) zuwirft, wie er ihn misshandeln wird, wenn er Toula je verletzt, dann ist es eine riesen Freude, zuzuschauen. Eine herzliche, warme und auch nicht mit unnötigen Handlungswendungen unnatürlich aufgemotzte Komödie, die durch guten Humor besticht und einfach nur Spaß macht.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)