GREEN ZONE
Darsteller:  Matt Damon, Amy Ryan, Greg Kinnear
Regie:  Paul Greengrass
Dauer:  115 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/greenzone
 

Der nächste Irak-Kriegsfilm. Das Thema scheint die amerikanische Seele ja mit Recht zu beschäftigen wie kaum ein anderes, nicht von Ungefähr hat Katherine Bigelows Bombenentschärfer-Drama „The Hurt Locker“ ja gerade bei der Oscar-Verleihung abgeräumt und nebenbei Camerons Technik-Monster „Avatar“ in den Schatten gestellt. Aber hier hat man davon jetzt irgendwie schon genug gesehen. Nichtsdestotrotz schickt Hollywood das altbewährte Duo Greengrass/Damon ins Rennen, das ja bei den beiden letzten „Bourne“-Filmen schon so gut funktioniert hat, um dem Publikum weitere Aspekte des Auslandseinsatzes der US-Truppen näherzubringen.

Es geht um US-Offizier Miller (Matt Damon), der mit seinem Team kurz nach der Eroberung Bagdads 2003 immer wieder mit einer Hand voll CIA-Geheiminformationen ausgeschickt wird, um außerhalb der sicheren Besatzungszone – der sogenannten „Green Zone“ – in gefährlichen Einsätzen irakische Massenvernichtungswaffen sicherzustellen. Als er aber in den angeblichen Waffenlagerstätten allerhöchstens mal alten Hausrat findet, kommen ihm doch Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Informationsdienste und er stellt selbst Nachforschungen an, die ihn zwischen die Fronten der Geheimdienste und sogar untergetauchter irakischer Kriegsverbrecher geraten lassen. Das geht natürlich nicht ohne den altbekannten Actionzirkus ab, der zwar solide inszeniert ist, einen aber nicht mehr wirklich vom Sitz reißen kann.

Das eigentlich Spektakuläre des Films ist vielmehr das Thematisieren der Massenvernichtungswaffen-Lüge, die inzwischen ja auch schon von verschiedenen offiziellen Stellen bestätigt worden ist und damals den Hauptgrund für den Irak-Einsatz lieferte. Es stellt sich unweigerlich die Frage, ob dieser Streifen vor ein paar Jahren überhaupt möglich gewesen und was dann mit ihm passiert wäre. Hypothetisch, sicher ist dagegen wohl, dass ein gewisser George W. Bush ihn nicht in den Kreis seiner Lieblingsfilme aufnehmen wird.

Denn der basiert auf dem aufklärerischen Sachbuch von Rajiv Chandrasekaran, und obwohl es sich ja immer noch um ein insgesamt fiktionelles Werk handelt, verschwimmen die Grenzen zur Dokumentation offensichtlich beabsichtigterweise überaus stark. Damit ist ein Vorwurf an die damalige US-Führung deutlich herauszuhören und verleiht dem Film trotz aller Abnutzung des Irak-Themas eine neue Dimension.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)