Der Grinch


D: Jim Carrey, Taylor Momsen, Bill Irvin, R: Ron Howard, 110 Min.

Ach, können Märchen schön sein. Bestes Beispiel hierfür ist die uralte, für Amerikaner weihnachtlich omnipräsente Geschichte vom Grinch, welche von Ron Howard in einen für Jung und Alt gleichermaßen reizvollen Film ungesetzt wurde. Er ist grün, hässlich, haarig, lebt abgeschottet in einer Berghöhle, futtert Müll - und er hasst Weihnachten: der Grinch (Jim Carrey). Warum dies so ist, das wird von der kleinen Cindy Lou (Taylor Momsen), die nicht an die legendäre Bosheit des Aussetzigen glaubt, bald aufgeklärt. Ort des Geschehens: Whoville, kleines Heimatdorf der Whos, die menschenähnlich ausschauen, nur eine verstärkte Oberlippen-Nasenpartie zeichnet sie aus. Das ganze Jahr dreht sich alles nur um eines in Whoville - Weihnachten. Die Minuten bis zum Festtag werden immer aktuell herunter gezählt, und in der Vorweihnachtszeit herrscht Ausnahmezustand, denn jeder will viele Geschenke habe, einige auch noch das bestbeleuchteste Haus. Sowieso - Whoville ist Kitschville. Erbärmlich hässlich, was der Geschmack der Whos an und in die Häuser bringt, ihre Kleidung und Frisuren machen hier ebenfalls keine Ausnahme, vor allem aber geht es bunt zu, sehr bunt. Farbenfroh hangelt man sich also weiter durch die Geschichte des Grinches, den die kleine Cindy Lou reintegrieren will, da sie an das Gute in ihm glaubt. Zum Erstaunen aller scheint sie damit sogar Erfolg zu haben - der Grinch, ansonsten mit der alleinigen Gesellschaft seines süßen Hundes Max vollstens glücklich, kommt ins Dorf, was allerdings in einer großen, für alle deprimierenden Katastrophe endet. Auch der grüne Unhold fühlt sich bestätigt, Weihnachten als Übel zu sehen, was es zu bekämpfen gilt, woran er sich dann auch sogleich macht.
"Der Grinch" ist ein knallig bunter und wunderbar witzig inszenierter Film, der jedem Zuschauer massig Spaß bereiten dürfte. Jim Carrey brilliert als Grinch, dem er seine typischen Gestiken und trotz aller Maske auch sogar noch Mimiken verleiht - hier kann er sich austoben wie lange nicht mehr. Taylor Momsen als unschuldiges kleines Mädchen ist der optimale Gegenpart zum grünen Fratzenschneider. Der Streifen ist mit viel Liebe zum Detail gemacht und besticht durch Humor, der alles andere ist als platt, man kann herzhaft lachen. Mit fast zwei Stunden ist "Der Grinch" lediglich etwas zu lang, ansonsten aber gibt es nichts auszusetzen.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)