HARD CANDY
Darsteller:  Patrick Wilson, Ellen Page
Regie:  David Slade
Dauer:  103 Minuten
Weblink:  www.hardcandy-derfilm.de
 

Im Internet-Chat lernen sich der 32-jährige Modefotograf Jeff (Patrick Wilson) und die 14-jährige Hayley (Ellen Page) kennen. Nach einiger Zeit wird ein reales Treffen von ihr vorgeschlagen, in einem Café, wo Hayley sich dann als für ihr Alter sehr gebildet und aufgeklärt heraus stellt und nichts unversucht lässt, mit Jeff nach Hause zu gehen. Er ist skeptisch, willigt aber dann doch ein, was er bereuen wird, denn Hayley hat einen bösen Plan. Sie mixt ihm ein Betäubungsmittel in den von ihr gemixten hochprozentigen Drink, zeigt als aufgedrehtes Erst-Fotomodel die von ihm ungewollte erotische Seite - und als Jeff wieder zu sich kommt, ist er an einen Stuhl gefesselt. Hayley wirft ihm vor, ein pädophiler Perversling zu sein, dabei hat er vorher fast alles getan, um sauber zu bleiben. Dann beginnt sie, seine Wohnung nach Indizien für ihren Vorwurf zu durchsuchen und wird schließlich auch fündig. Plötzlich geht es um Mord, Hayley scheint mehr zu wissen als erahnt, und sie beginnt, Jeff auf brutale Art und Weise zu foltern - dass sie ihm die Eier abschneiden will, ist noch nicht alles...

"Hard Candy" ist ein brutaler Film, zumindest für alle Männer, denn die zwischenzeitlichen Minuten der Vorbereitung auf die Entmannung von Jeff - schuldig oder nicht - gehen einem unter die Haut. Der Film ist ein Kammerspiel mit eigentlich nur zwei Handelnden, wobei wenige Randpersonen zusätzlich sehr kurz ins Spiel kommen. Großes Budget brauchte man nicht, um den Streifen zu realisieren, umso faszinierender ist es dann, was mit kleinem Geld doch an großem Kino geliefert wird. Patrick Wilson und Ellen Page spielen das Ganze sehr überzeugend und selbst in den ruhigen Momenten ist der Film noch interessant und spannend. Hayley wirkt vor allem zu Beginn für ihr Alter zu schlau und kaltblütig, gehen wir aber mal von Hochbegabtheit aus, so mag solch ein Verhalten möglich sein. Jeff wirkt lange wie ein Opfer, was sich aber relativiert. Und doch sind Hayleys Hintergründe wie auch Ziele abnorm böse, gerade für einen Teenager, was aber dem Film keinen Schaden zufügt. Bitterböser Streifen abseits des typischen Feierabend-Entspannungs-Kinos, mit einiger Gesellschaftskritik im Hinterkopf.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)