Harry Potter und der Stein der Weisen



D: Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint, R: Chris Columbus, 152 Min.

Harry Potter muss man wohl eigentlich nicht mehr vorstellen. Autorin J.K. Rowling ist mit ihren Geschichten um den jungen Zauberlehrling zur zugfachen Millionärin geworden, über 100 Millionen Bücher gingen über den Ladentisch, und wenn eni neuer Band erscheint, dann campen die größten Freaks vor den Buchläden, um eines der ersten Exemplare zu ergattern. Nun kommt Harry Potter in die Kinos und hat in den USA einen Start hingelegt, der selbst "Star Wars Episode 1" noch übertrumpfte.

Harry Potter (Daniel Radcliffe) hat keine schöne Kindheit. Er wächst bei seinem brutalen Onkel Vernon (Richard Griffiths), seiner bösen Tante Petunia (Fiona Shaw) und seinem dicken, verwöhnten und immer nörgeligen Cousin Dudley (Harry Melling) auf, nachdem seine Eltern in jungen Jahren auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen sind. Er schläft in einem Schrank unter der Treppe und wird auch sonst wie Dreck behandelt. An seinem elften Geburtstag erwartet er - wie gewohnt - keine besonderen Geschenke oder etwa Zuneigung, doch dieses Jahr soll alles anders werden. Harry erhält Post, ganz zum Erschrecken seiner "Familie". Eine Eule bringt ihm einen geheimnisvollen Brief, mit grüner Tinte adressiert. Der Onkel vernichtet das Schreiben, bevor Harry es lesen kann - was aber nicht hilft, schließlich soll Harry den Brief erhalten - also kommen doch plötzlich Tausende dieser Briefe geflogen. Man flieht mit Harry in eine abgelegene Hütte auf einer kleinen Insel - doch auch hier hält der Frieden nicht lange. Nachts rumpelt es mächtig, und eine riesiger, bärtiger Mann haut die Tür aus der Verankerung und steht mitten im Raum. Es ist Hagrid (Robbie Coltrane), der Harry persönlich den Brief überreicht und ihm eröffnet, dass er ein Zauberer sei. Harry kann dies kaum glauben, jedoch wird er in dem Brief anlässlich seines elften Geburtstags eingeladen, die Hogwarts-Schule für Zauberei zu besuchen. Außerdem offenbart ihm Hagrid, dass seine Eltern von einem bösen Zauberer getötet wurden, der dem Jungen auch die Narbe in Form eines Blitzes auf die Stirn eingebrannt hat. Harry ist fasziniert und macht sich mit Hagrid auf nach Hogwarts. Im Zug, der auf dem geheimen Bahnsteig 9 3/4 in London King's Cross abfährt lernt Harry einige der anderen Kinder kennen, die mit ihm die Ausbildung beginnen werden. Hermine (Emma Watson) ist zwar sehr rechthaberisch, aber so ganz nett, und in Ron (Rupert Grint) findet er einen guten Freund. Natürlich gibt es nicht nur freundliche Kumpanen, sondern auch hinterhältige, eingebildete und fiese welche wie Draco (Tom Felton). In Hogwarts merkt Harry, dass er wirklich zaubern kann, und er erlebt jede Menge Abenteuer zusammen mit seinen Freunden, mit denen er sich auch in verbotene Winkel des Schlosses vorwagt und einem geheimnis auf die Spur kommt, das sie lösen wollen.

Die erste Verfilmung eines Harry Potter-Buches ist - so war es auch Wunsch der Autorin - nah an der literarischen Vorlage geblieben. Der Film beinhaltet viele Spezialeffekte, ist trotzdem aber nicht überladen oder wird zum Phantasy-Spektakel - nein, der Streifen ist sympathisch, witzig und spannend zugleich. Daniel Radcliffe ist die ideale Besetzung für den kleinen Zauberlehrling mit seinem schüchternen und doch verschmitzten Aussehen, und die anderen Rollen sind ebenfalls prima ausgefüllt, ob mit Neulingen oder mit Stars wie Alan Rickman und John Cleese. Die Geschichte ist gut, jedoch vielleicht für einen Kinderfilm etwas zu lang umgesetzt (zweieinhalb Stunden), wobei sie aber nie langweilig wird. Mit viel Liebe zum Detail ist ein toller Fiklm für Jung und Alt entstanden, der sicher auch hierzulande ein Kassenschlager wird.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)