HELLBOY - DIE GOLDENE ARMEE
Darsteller:  Ron Perlman, Selma Blair, Doug Jones, Luke Goss
Regie:  Guillermo del Toro
Dauer:  120 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/hellboy2
 

Mit dem Erstling der Comicverfilmung von „Hellboy“ hat sich Guillermo del Toro vor vier Jahren selbst sehr große Fußstapfen kreiert, in die es jetzt zu treten gilt. Der Vorgänger sprühte nur so vor Originalität und Witz, und dementsprechend hoch liegt nun natürlich die Messlatte. Del Toro, der zwischenzeitlich mit „Pans Labyrinth“ auf düsteren Märchenpfaden wandelte und einen mindestens ebenso großen Erfolg – Oscars inklusive - landete, macht sich jetzt also an die Fortsetzung des Comicabenteuers.

Und die lässt sich auch gleich ganz rasant an, wird die Abordnung der „Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen“, der Hellboy (Ron Perlman) immer noch angehört, doch gleich zur Bekämpfung eines Haufens wildgewordener Monster gerufen. Nicht nur hunderte kleiner, bissiger „Zahnfeen“ sondern auch noch ein überlebensgroßer Krake und ein riesiger Waldgott versetzen Manhattan in Angst und Schrecken. Natürlich nichts mit dem Hellboy und seine Mitstreiter, seine pyrokinetisch veranlagte Freundin Liz (Selma Blair) und der fischähnliche Abe Sapien (Doug Jones), nicht fertig werden würden, aber doch stellt sich dem als Monster unter Menschen aufgewachsenen Hellboy sogleich die Frage, auf wessen Seite er eigentlich steht. Die beantwortet er aber nach kurzem Zögern mit einem gezielten Schuss aus seinem großkalibrigen Revolver, der die Existenz des Waldgotts mit großem Knall beendet.

Damit ist man auch schon mitten im Thema des gesamten Films, dem Kampf der Nachtgeschöpfe gegen die Menschheit, der vor Urzeiten mit einem Friedensschluss beendet wurde, aber jetzt durch den aufbegehrenden Prinzen Nuala (Luke Goss) wiederbelebt wird. Als tödliches Instument will der sich der damals durch Zerteilen einer Krone einvernehmlich stillgelegten „Goldenen Armee“ von 70 mal 70 metallenen Kriegern bedienen und benötigt dafür nun die restlichen Teile. Hellboy und Konsorten wollen das natürlich verhindern und tauchen dafür tief in eine Welt von finsteren Märchengeschöpfen ein.

Das ist natürlich spektakulär, denn man trifft an jeder Ecke auf neue, liebevoll gestaltete Kreaturen, die aber teilweise das Design von „Pans Labyrinth“ allzu sehr widerspiegeln. Und da liegt auch schon das Problem des Streifens, der sich nicht so recht entscheiden kann zwischen der schroffen und wieder mit vielen wortwitzigen Passagen gespickten Comicwelt und dem langsamen, in seichten Brauntönen gehaltenen Märchenreich. Beide sind durch die wohl durchdachte Handlung – Ähnlichkeiten mit Tolkiens „Herr der Ringe“ sind rein zufällig – zwar inhaltlich gut verknüpft, wollen sich vom Gesamteindruck her aber nicht so richtig vertragen. Trotzdem genießt man außer der perfekten, einfallsreichen Produktion das eine oder andere amüsante Wortgefecht zwischen Hellboy und dem ihm vorgesetzten blechernen Einsatzleiter Johann Krauss aus Deutschland, und auch sonst menschelt es innerhalb der Truppe wieder sehr. Das nächste Mal bitte wieder ein bisschen weniger Märchen.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)