HELL OR HIGH WATER
Darsteller:  Chris Pine, Ben Foster, Jeff Bridges, Gil Birmingham
Regie:  David Mackenzie
Dauer:  102 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
 

Mit "Hell Or High Water" legt Regisseur David Mackenzie ("Young Adam", "Mauern der Gewalt") eine hervorragende Mischung aus Gangster-Jagd und Drama vor, die von der ersten bis zur letzten Minute fesselt. Erzählt wird die Geschichte der zwei ungleichen, aber doch stark verbundenen Brüder Toby (Chris Pine) und Tanner (Ben Foster). Toby ist der jüngere der beiden, gutaussehend und charmant, aber im Grunde unglücklich, lebt er als Vater zweier Kinder doch getrennt von seiner Ex, und die Jungs sieht er kaum, was natürlich deren Abneigung erzeugt. Sein großer Bruder Tanner ist ein explosiver, rotzigerer Charakter, der seinen Jähzorn nicht im Zaum halten kann, wenn er gereizt wird. Nicht umsonst wurde er gerade erst aus dem Knast entlassen. Das schreckt ihn nicht davon ab, zusammen mit Toby eine Serie von Banküberfällen zu starten.

Obwohl Toby und Tanner hier klar die Bösen sind, entwickelt man als Zuschauer Sympathien, da sie die Überfälle nur begehen, um zu verhindern, dass die hochverschuldete Farm ihrer Familie an die Bank zurück fällt. Toby hat gar den Plan, die Farm dann seiner Frau und den Kindern zu überlassen - er hat etwas gut zu machen. Außerdem geben sich die Brüder Mühe, kleine Banken auszususchen, um nicht zu viele Betroffene mit einzubeziehen - und diese behandeln sie auch anständig, wenn sie den Forderungen nachkommen.

Erzählt wird aber auch die Geschichte des alleinstehenden Texas Rangers Marcus Hamilton (Jeff Bridges), der die letzten Wochen vor seiner Pensionierung erlebt, wobei er noch keine Idee hat, was er denn ohne Job dann machen soll mit seiner Zeit. Zusammen mit seinem Partner Alberto Parker (Gil Birmingham), der ihn trotz seiner Beleidigungen und Bevormundungen irgendwie mag, vor allem aber auf Grund seiner Erfolge respektiert, macht er sich auf die Fährte der Gangster.

Der Film platzt fast vor herrlichem Südstaaten-Charme und besitzt auch eine Prise Road Movie, wenn die Gangster-Brüder zu stark ausgewählten Songs und einem Score von Nick Cave und Warren Ellis von einer texanischen Kleinstadt in die nächste ziehen auf ihrem Raubzug, in tollen Bildern eingefangen, stark geschnitten. Ohne mehr zu verraten, eine Szene in einem kleinen, von einer alten, zur Gegend passend staubtrockenen und frotzeligen Frau betreuten Restaurant gehört auch zu den Highlights des Streifens. Die Besetzung ist nur zu loben, Bridges, Pine, Foster und auch Birmingham spielen hervorragend - und irgendwie sympathisiert man mit allen, das ist doch auch mal was. Daumen nach oben, ein rundum toller Film!



Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)