Hidalgo - 3000 Meilen zum Ruhm



D: Viggo Mortensen, Omar Sharif, Frank Collison, R: Joe Johnston, 146 Min.

"Hidalgo" beginnt irgendwie vertraut. Frank Hopkins (Viggo Mortensen) Zeuge eines Massakers geworden, bei dem weiße Siedler auf Grund eines Missverständnisses ein ganzes Dorf von Sioux-Indianern niedergemetzelt haben. Als Sohn der Tochter eines Häuptlings und eines Armee-Scouts stand er als Bote zwischen den Fronten, und so ist er schwer geschockt. Die Folge ist, dass Frank traumatisiert dem Alkohol verfällt und als trauriges Abziehbild seiner selbst mit der Westernshow von Buffalo Bill durch die Gegend tingelt. Das erbärmliche Massaker von Wounded Knee wird nämlich allabendlich als Triumph der Zivilisation nachgestellt, und er war live dabei gewesen. Natürlich gleichen sich die Geschichten nicht völlig, aber das Schicksal von Captain Nathan Algren in "Last Samurai" war sehr ähnlich. Die Chance zur Resozialisierung sieht nun allerdings anders aus. Nicht nach Asien zum Armeedrillen geht es, sondern in die Wüste. Ein verlockendes Preisgeld bringt Frank dazu, mit seinem Pracht-Mustang Hidalgo am 3000-Meilen-Belastungsrennen "Ocean of Fire" durch die arabische Wüste teilzunehmen. Der Scheich (Omar Sharif) will so beweisen, dass sein Hengst Al Hatah das ausdauernste Pferd der Welt ist. Es kommt, wie es kommen muss - die Tochter des Scheichs (Zuleikha Robinson) verliebt sich in Frank. Sie ist aber längst einem arabischen Prinzen (Said Taghmaoui) versprochen - falls dieser auf des Scheichs hengst das Rennen gewinnt, steht die Hochzeit bevor. Auch die schöne, aber berechnende Society-Lady Anne Davenport (Louise Lombard) hat ein Auge auf Frank geworfen, und einige Renn-Konkurrenten versuchen ihn mit unfairen Mitteln auszuschalten. So hat Frank also zusätzlich zur mehr als anspruchsvollen Strecke, die eine Gratwanderung zum Tod ist, noch einige Probleme mehr. Trotzdem schlägt er sich mit Hidalgo tapfer...

"Hidalgo" ist ganz nett gemacht und bietet auch einige sehr schöne Bilder, die Handlung ist aber leider einigermaßen vorhersehbar, so dass die große Spannung nicht aufkommt. Schauspielerisch ragt Omar Sharif heraus, alle anderen spielen solide.

Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)