HIDDEN FIGURES - UNERKANNTE HELDINNEN
Darsteller:  Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Kevin Costner, Janelle Monáe
Regie:  Theodore Melfi
Dauer:  127 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  www.fox.de/hidden-figures
 

Was waren das für Zeiten Ende der 50er: Der kalte Krieg wurde richtig heiß, die USA versuchten nahezu überall in der Welt, den Kommunismus zurückzudrängen, und dabei gönnte man den Sowjets natürlich nicht einmal das Schwarze unter dem Fingernagel. Wie muss da der Stachel im Fleisch der NASA gebrannt haben, als es der UdSSR mit ihrem Sputnik-Programm als erstes gelang, einen Satelliten in den Weltraum zu schicken, während die amerikanischen regelmäßig in der Atmosphäre verglühten. Selbstverständlich, dass anschließend wirklich alles unternommen wurde, um diesen Rückstand aufzuholen und möglichst selbst den Wettlauf zum Mond zu gewinnen.

Das ist der historische Rahmen, in den Regisseur Theodore Melfi ("St. Vincent") seine auf wahren Tatsachen basierende, sensationelle Geschichte einbettet. Und die handelt außer vom Apollo-Raumfahrtprogramm vielmehr von den zwischenmenschlichen Problemen, auf die die schwarzen Mathematikerinnen Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) in Diensten der logischerweise von Weißen dominierten NASA treffen.

Viele Filme haben sich schon der Thematik der Rassentrennung in den Vereinigten Staaten gewidmet und dabei für mehr oder weniger große Empörung ob der Ungerechtigkeit gesorgt, die den Schwarzen zuteil wurde. Selten aber waren einem die farbigen Protagonisten, Unrechtsempfinden hin oder her, sofort so sympathisch wie die drei Wissenschaftlerinnenrinnen, mit denen uns Melfi hier konfrontiert. Die täglichen Diskriminierungen ertragen sie mit einem bewundernswerten Gleichmut, ja begegnen ihnen sogar mit gewissem Galgenhumor wohl wissend, dass sie an der Situation mit hartem Konfrontationskurs wenig ändern werden. Am besten spiegeln das wohl die regelmäßigen, Zeit raubenden Gänge zur Schwarzen-Toilette im anderen Gebäudetrakt, die Katherine anstandslos auf sich nimmt, bis schließlich Abteilungsleiter Harrison (Kevin Costner) genervt die Trennung aufhebt. Sie verfahren generell nach dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein", spüren ganz genau, wann ihre Zeit gekommen ist - trotz aller erdenklicher Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden, erweist sich ihre Expertise als unverzichtbar - und erreichen so letztendlich ihre Ziele mit dosiertem Widerstand.

Das alles ist, glaubt man der Geschichtsschreibung, nahezu eins zu eins abgefilmt, nimmt uns mit in die braungetönte, weichgezeichnete Welt der 60er und geht dabei mit der konfliktgeladenen Situation vielleicht ein bisschen zu schonend um. Aber unsere drei Hauptdarstellerinnen tragen mit ihrem einfühlsamen Spiel dazu bei, dass sich ein stimmiges, angenehmes Stück Filmgeschichte ergibt, dessen bisher unbekannte Fakten allein einen Besuch im Kino lohnen. Vertan allerdings bleibt die Möglichkeit, durch stärkere Kontrastierung zulasten der Stimmung mehr zu politisieren.



Wertung: 8 von 10 Punkten



Wir verlosen zum Kinostart ein Exemplar des Buchs "Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen" von Margot Lee Shetterly, welches den Kinofilm inspirierte. Wer an dieser Verlosung teilnehmen möchte, der klicke einfach hier. Einsendeschluss ist der 23. Februar 2017. Viel Glück!

(Mick)