HIGH SOCIETY
Darsteller:  Emilia Schüle, Jannis Niewöhner, Iris Berben, Katja Riemann
Regie:  Anika Decker
Dauer:  100 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.highsociety-derfilm.de
Facebook:  facebook.com/WarnerBrosComedy
 

Mit "High Society" legt Anja Decker nach "Traumfrauen" (2015) ihre zweite Regiearbeit vor, und das Drehbuch hat sie auch selbst geschrieben. Möchtegern-Komödien aus Deutschland hatten wir dieses Jahr schon viele, doch Streifen wie "Das Pubertier", "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner" oder "Happy Burnout" konnten wenig überzeugen. Da überrascht es einen schon fast, dass man kopfnickend vermelden kann, dass "High Society" Spaß macht.

Dass die Grundlage der Geschichte am Reißbrett konstruiert wirkt, schadet dem Film nicht wirklich. Durch eine kleine Schwestern-Party auf der Station für Neugeborene kommt es zu einer Vertauschung (mindestens) zweier Säuglinge. Viele Jahre später lebt Anabel von Schlacht (Emilia Schüle) als gelangweilte, Party-willige und nicht immer standesgemäß agierende Tochter einer schwerreichen Industriellenfamilie, angeführt von Mutter Trixi (Iris Berben). In sehr einfachen Verhältnissen hingegen ist Aura Schlonz (Caro Cult) aufgewachsen, die mit ihrer Mutter Carmen (Katja Riemann) in einer Hochhaussiedlung ein sehr einfaches Leben fristet und nur durch Tussi-Gehabe und Lügereien an wohlhabendere Männer heran kommt, während sie doch längst das Herz des Polizisten Yann (Jannis Niewöhner) gewonnen hat. Als der Klinik-Skandal um die vertauschten Babys ans Licht kommt, wird statt der Serie "Frauentausch" dann Töchtertausch zur Realität, und bald schon genießt die einfache Aura den neuen Reichtum, während sich Anabel verstoßen fühlt - was sie so aber nicht hinnehmen will.

So einfach, konstruiert und uninnovativ die Handlung von "High Society" auch klingt, der Film bereitet viel Spaß. Das liegt an der hier alles andere als dümmlich gemachten Überzeichnung der Gesellschaftsschichten, am intelligenten Verzicht auf zu viel Klamauk oder Slapstick, an der sympathischen Darstellung der Figuren, wie auch am guten Schauspiel, wo Iris Berben die reiche Dame genauso wunderbar mimt wie Katja Riemann die dem Namen entsprechend schlonzige, aber herzenswarme Mutti. Mit der aufstrebenden Emilia Schüle, der gut passenden Caro Cult und dem in Gestalt wie Stimme am Rande eines Til-Schweiger-Plagiats wandelnden Jannis Niewöhner sind auch die weiteren Rollen gut besetzt. Leichte, aber durchaus gute und kurzweilige Unterhaltung, bei der am Ende natürlich die Moral auch stimmt.



Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)