HOT FUZZ – ZWEI ABGEWICHSTE PROFIS
Darsteller:  Simon Pegg, Nick Frost, Jim Broadbent, Paddy Considine
Regie:  Edward Wright
Dauer:  95 Minuten
 

Eines vorweg, allzu zart besaiteten Freunden der Komödie dürfte des öfteren das Lachen im Halse stecken bleiben, für alle anderen aber haben die Macher der Horrorsatire „Shaun of the Dead“ hier wieder ein Paradestück rotzigen, schwarzen Humors abgeliefert. Dabei geht es eigentlich erstmal ganz harmlos zu, wenn man Musterpolizist Nicholas Angel (Simon Pegg) bei der verantwortungsvollen Verrichtung seiner Arbeit zusehen darf. Doch schon hier lässt sich anhand der rasanten Schnitttechnik und des detailverliebten Witzes, der einem fast unbemerkt untergeschoben wird, erahnen, worauf der Streifen abzielt. Es werden eben nicht die großen Schenkelklopfer-Pointen gezündet, sondern auf der eher subtileren Ebene gearbeitet, die aber nicht weniger effektiv ist. Im Gegenteil, ist man doch das eine oder andere Mal erstaunt darüber, wie viel Vergnügen nicht dargestellte Dinge bereiten können.

So erlebt man also, wie der Cop Angel durch seine mordsmäßige Aufklärungsrate nicht nur für Ruhe und Ordnung in seinem Londoner Bezirk sorgt, sondern auch seine Kollegen, die mit seinen sensationellen Quoten natürlich nicht mithalten können, in einem nicht allzu guten Licht dastehen lässt. Da gibt’s nur eins: er muss weg. Am besten per, von höchster Ebene durchgedrückter, Beförderung in die Provinz ohne nennenswerte Kriminalität, wo seine vorbildliche Arbeitseinstellung schnell ins Leere laufen soll.

Aber selbst dort, wo mit notfalls zwei zugedrückten Augen auf kleine Ordnungswidrigkeiten reagiert wird, greift Angels starker Arm des Gesetztes gnadenlos durch. Und siehe da, eine Serie scheinbar zusammenhangloser Unfälle, die allesamt recht unappetitlich anzusehen sind, dafür aber durch ihre dreiste Darstellung für überraschende Belustigung sorgen, enpuppt sich sehr bald als mysteriöse Mordserie, die es aufzuklären gilt.

Dazu gesellt sich dann auch bald die Geschichte der Männerfreundschaft zwischen Angel und seinem neuen Partner Danny (Nick Frost), die von Werten und Enttäuschungen in Beziehungen handelt und sich wunderbar mit der eigentlichen Handlung verträgt.

Man verfolgt also 95 kurzweilige Minuten lang, wie man mit guten Ideen und hervorragenden Schauspielern (es ist eine Freude, Simon Pegg zuschauen zu dürfen) mit relativ bescheidenen Mitteln eine Actionkomödie hinbekommt, die nie lächerlich wirkt aber jederzeit lustig ist.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Mick)