Igby



D: Kieran Culkin, Jeff Goldblum, Claire Danes, R: Burr Steers, 97 Min.

Igby (Kieran Culkin) und sein Bruder Oliver (Ryan Philippe) sitzen am Sterbebett ihrer Mutter (Susan Sarandon) und können deren Ableben offensichtlich kaum erwarten - also helfen sie etwas nach. Was sie hierzu bewogen hat, das wird als Rückblick dann erzählt. Im Alter von 10 Jahren schon muss Igby (passenderweise verkörpert von Bruder Rory Culkin) miterleben, wie Vater (Bill Pullman) und Mutter sich gegenseitig nieder machen. Sein Daddy wird mehr und mehr von depressiven Anfällen befallen, seine Mum immer verbitterter, bis sie sich nur noch mittels Tablettenkonsum bei Laune hält. Jahre später ist Igby zum Problemkind geworden, rebelliert gegen Schule, wird von der Mutter als Strafe auf eine Militärschule geschickt, flieht von dieser in ein nobles Hotel (das er mit Mums Kreditkarte bezahlt) - macht sein Ding. Als sein reicher Patenonkel D.H. (Jeff Goldblum) sich dann um Igby kümmert, reicht es dem 17-jährigen Jungen. Er verschwindet, jedenfalls für seine Verwandten. In Wirklichkeit taucht er bei Rachel (Amanda Peet) unter, der Geliebten von D.H., die er auf einer Party kennen gelernt hatte. Bald lernt er nicht nur sie näher kennen, sondern auch ihren schrägen Freund Russel (Jared Harris), und mit Sookie (Claire Danes) findet er Kiffer- und Liebesfreuden - so aber kann es nicht weiter gehen.

"Igby" ist ein großartiger Film, der Tragik und bitterschwarzen Humor wundervoll miteinander verbindet. Humorvolle und intelligente, trockene Dialoge prägen den Streifen, ebenso aber auch die überragende schauspielerische Leistung von Kieran Culkin und den anderen. Eine tolle Besetzung garantiert ja beileibe nicht immer einen tollen Film, hier aber ist es so. Die Geschichte der verkorksten Jugend eines eigentlich gar nicht so verkorksten Jungen ist kurzweilig und bewegend, so dass man zwischen Lachen und Mitgefühl schwankt. Klasse Streifen!

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)