In China essen sie Hunde (plus Verlosung)

D: Dejan Cukic, Kim Bodnia, R: Lasse Spang Olsen, 90 Min.

In China essen sie Hunde. Ist es so? Wird wirklich Nachbars Wuffi zur Frühlingsrollen-Füllung? Eventuell ein Filmthema, nicht aber hier, wo man ein für die Handlung eher unbedeutendes Zitat zum Titel gemacht hat. Vielmehr beschäftigt sich der zweite Streifen des dänischen Regisseurs Lasse Spang Olsen nach "Operation Cobra" (1995) mit einem ganz gewöhnlichen Leben, das plötzlich eine Wendung erfährt. Die Rede ist von Arvid (Dejan Cukic), der in einer Bank arbeitet und so ein Langweiler ist, dass seine Freundin Hanne (Trine Dyrholm) gerade dabei ist, ihn zu verlassen, dies weiß er nur noch nicht. Als seine Bankfiliale überfallen wird, da schlägt Arvid dem unprofessionellen Räuber Franz (Peter Gantzler) in einem Anflug von Energetik den gerade in seiner Hand befindlichen, neuen Squash-Schläger eines Kollegen über den Kopf. Da Arvid zum Helden nicht taugt, geht sein Tag mies weiter. Stolz will er Hanne von seiner Tat erzählen, in der Wohnung befindet sich allerdings nur noch der Fernseher, der Rest ist samt Hanne weg. Dann klingelt die Frau des Bankräubers bei Arvid und macht ihm wild um sich prügelnd klar, er habe ihr Glück zerstört, da Franz doch kein Verbrecher sei und nur Geld für eine künstliche Befruchtung erbeuten wollte, um ihr den Lebenswunsch eines Kindes zu erfüllen. Arvid fühlt sich schuldig, durch sein Held-Spielen das arme Paar zerstört zu haben, und überlegt, wie er diesen Fehler wieder gut machen könnte. Nachdem er von einer Rockband verprügelt wird, der er morgens in der Filiale keinen Kredit bewilligen konnte, fährt er zu seinem kriminellen Bruder Harald (Kim Bodnia), den er seit Jahren nicht gesehen hat. Arvid bittet ihn um Hilfe, einen Geldtransporter zu überfallen, damit Franz und seine Frau doch noch ihr Kind bekommen können. Harald, der regulär als Küchenchef tätig ist, macht sich mitsamt seiner Gehilfen Martin, Peter und Vuk daran, den Bruder zu unterstützen, womit das (teilweise ziemlich blutige) Chaos erst richtig beginnt.
Der Film lebt primär von trockenen, lakonischen Dialogen, die einen ständig lachen lassen, von schwarzem Humor und Sarkasmus bester Güte, ebenso aber von seiner Absurdität und seinen überzogenen Actionszenen (Autocrash, Schießerei), in denen Olsen unverhohlen Tarantino-Szenen bildhaft zitiert. Idee und Umsetzung überzeugen, so dass man vollkommen zufrieden das Kino verlässt.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)