DIE INSEL
Darsteller:  Ewan McGregor, Scarlett Johansson, Steve Buscemi
Regie:  Michael Bay
Dauer:  104 Minuten
Weblink:  www.dieinsel-derfilm.de
 

Lincoln Six-Echo (Ewan McGregor) und Jordan Two-Delta (Scarlett Johansson) leben Mitte des 21. Jahrhunderts in einer scheinbar utopischen Wohneinheit, die in Wirklichkeit ein Gefängnis ist. Wie alle Bewohner werden sie ständig überwacht, angeblich zu ihrem eigenen Schutz nach Umweltatastrophe, die die Menschheit größtenteils ausgelöscht hat. Sie alle hoffen, irgendwann auf "Die Insel" reisen zu dürfen: die allerletzte unverseuchte Oase auf der Erde. Eine große, täglich in der ganzen Wohneinheit ausgestrahlte Verlosung bestimmt, wer zu den Glücklichen gehört, die auf die Insel dürfen. Seit kurzem wird Lincoln jedoch von unerklärlichen Albträumen geplagt. Immer ungeduldiger stellt er sein Gefangenendasein infrage. Doch auf die Wahrheit ist er nicht vorbereitet: Neugierig geworden, entdeckt Lincoln, dass sein gesamtes Leben eine einzige Lüge ist - und die Insel nur Auswuchs eines grausamen Betrugsmanövers. Ihm wird klar, dass er, Jordan und alle anderen tot sehr viel mehr wert sind als lebendig. Als Jordan die Verlosung gewinnt, freut sie sich zwar, Lincoln aber weiß, dass sie nun in größter Gefahr ist. Die Zeit wird knapp, und so flieht Lincoln mit Jordan aus der einzigen Welt, die sie kennen. Draußen entkommen sie den wachsamen Augen des unheimlichen Instituts, und ihre anfangs platonische Freundschaft - Berührungen waren strengstens verboten - entwickelt sich zu einer Liebesbeziehung. Natürlich aber haben die gnadenlosen Schergen des Instituts die Verfolgung aufgenommen. Lincoln und Jordan kennen nur ein Ziel: am Leben zu bleiben, und den anderen ehemaligen Mitbewohnern einen Weg zu ebnen, ebenfalls aus dem Institut ins wahre Leben zu fliehen.

"Die Insel" beginnt stark. Die Bilder aus dem Institut, das vor Sterilität und klinischer Sauberkeit nur so strahlt, auch weil alles weiß ist, wirken auf der Leinwand sehr gut. Der Tagesablauf und die zwischen Computerisierung und etwas Menschlichkeit balancierende Kommunikation sind interessant zu beobachten, und einige Nebendarsteller wie Steve Buscemi als Ingenieur McCord, der als Verlosungsgewinner agierende Michael Clarke Duncan oder Sean Bean als Institutschef Merrick tragen zu einem sehr kurzweiligen Beginn bei. Leider vermag der Film es aber nicht, durchgehend zu überzeugen. Die Handlung wird irgendwann vorhersehbar, und je mehr sie sich in der realen Welt abspielt, je unrealer wird sie. So ist "Die Insel" dann doch nur eine anfangs beklemmende, dann actionüberladene und nicht immer schlüssige Abendunterhaltung.

Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)