INSIDE HOLLYWOOD
Darsteller:  Robert De Niro, Michael Wincott, Robin Wright Penn, Stanley Tucci
Regie:  Barry Levinson
Dauer:  107 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  www.whatjusthappenedfilm.com
 

Man mag es für grausam und geschmacklos halten, die Erschießung eines Hundes im Film zu zeigen, andere werden es dramatisch oder einfach nur belanglos finden, aber dass dieses kleine Detail über Wohl und Wehe entscheiden soll, zeigt eigentlich nur eins: Wir befinden uns im Filmbusiness. Und wenn einer das verkörpert, dann ist es Produzent Ben (Robert De Niro), der nach einem Probescreening seines neuen Streifens „Fierce“ allerhand Ärger hat. Die Beurteilungen fielen dabei nämlich so miserabel aus, dass ihm seine halsstarrige Studiochefin Lou (Catherine Keener) die Pistole auf die Brust setzt. Entweder der Hund bleibt am Leben oder der Film in der Schublade, und nun ist es an ihm, den drogenumnebelten, künstlerisch ambitionierten Regisseur Jeremy (Michael Wincott) von der wirtschaftlich vielversprechenderen Version zu überzeugen.

Schon sind wir mittendrin im Eiertanz, den Ben Tag für Tag vollführen muss, um im Haifischbecken Hollywood allen gerecht zu werden. Und Robert De Niro verinnerlicht diese Rolle wirklich phänomenal, kaum einen anderen kann man sich vorstellen, der diesen schwierigen Balanceakt so nachfühlbar darstellen könnte. Der das Anbiedernde dieses Jobs gleichzeitig so sympathisch und mit zynischem Humor transportiert, dass man Ben einfach mögen muss.

Die Basis dieses neusten Werkes von Barry Levinson („Rain Man“, „Bugsy“, „Good Morning, Vietnam“) bildet dabei die Autobiografie des bekannten Hollywood-Produzenten Art Linson, der unter anderem hinter Filmen wie „The Untouchables“, „Fight Club“ oder „Into the Wild“ stand. Er verwandelte seine Memoiren vor kurzem höchstselbst in ein, allerdings absolut fiktives, Drehbuch und beglückt uns nun mit den Alltags-Abenteuern des Produzenten Ben.

Und der lässt uns einen wirklich realistischen Blick hinter die Kulissen der mehr oder weniger großen Hollywood-Produktionen werfen. Der ist überaus unterhaltsam und lässt uns miterleben, wie neben der realen Welt mit Arztbesuchen, Teenieproblemen der heranwachsenden Tochter und Paartherapie auch das Paralleluniversum der Stars und Sternchen existiert, wo auf Partys Kontakte hergestellt werden wollen und auch schon mal das ein oder andere unmoralische Angebot einer Nachwuchsschauspielerin eingeht. Keine Sekunde des Tages darf dabei ungenutzt verschwendet werden und so sind die Autofahrten vom einen zum nächsten Termin mit daueraktiver Freisprecheinrichtung fast schon symbolisch.

Dass das auf die Dauer für das Privatleben nicht der beste Lebenswandel ist, kann sich jeder vorstellen, und wenn sich dann auch noch der cholerische Bruce Willis (herrlich selbstironisch: Bruce Willis selbst) weigert, sich wie vertraglich vereinbart für die Dreharbeiten seinen wilden Vollbart abzurasieren, ist das Chaos in dieser kurzweiligen Hollywood-Parodie perfekt.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Mick)