Johnny English



D: Rowan Atkinson, Natalie Imbruglia, John Malkovich, R: Peter Howitt, 95 Min.

Was kann denn das schon werden? Wer die Sketche des Mr. Bean kennt und in diesem Zusammenhang auch noch James Bond-Parodie hört, der wird unweigerlich Klamauk hoch zehn erwarten. Aber da kann ich gleich Entwarnung geben, mit dem Schenkelklopfer-Humor vorangegangener Bond-Persiflagen wie Leslie Nielsen in "Lizenz zum Totlachen" hat dieser Film wenig am Hut.

Denn obwohl Hauptdarsteller Rowan Atkinson nahezu untrennbar mit der Figur Mr. Bean verbunden und durch seine Art als Komiker auf ähnliche Rollen festgelegt ist, agiert er hier nicht ununterbrochen als trotteliger Slapstick-König. Diese Einlagen werden sehr dosiert und unaufdringlich eingesetzt, so dass sich die Befürchtung, einen Mr. Bean in Geheimdienstklamotten zu erleben, zum Glück nicht bewahrheitet, wozu ja schon die Sprechrolle einen gehörigen Teil beiträgt. Die Idee zu diesem Streifen kam ja auch nicht unmittelbar durch den Erfolg des Mr. Bean, der seine Blödeleien ja auch schon mal in Spielfilmlänge darbieten durfte, sondern vielmehr durch 60-sekündige Werbespots, in denen Atkinson als Geheimagent für eine Kreditkarte warb. Und da mit Neal Purvis und Robert Wise als Drehbuchautoren auch noch die Leute mit an Bord geholt werden konnten, die auch für die letzten beiden Original-Bond-Bücher verantwortlich waren, wurde die Gefahr allzu niveauloser Komödie nahezu ausgeschaltet.

Aber mal zur Geschichte: da durch ein Unglück alle anderen Agenten des britischen Geheimdienstes ausfallen, kommt Johnny English die Aufgabe zu, den Diebstahl der Kronjuwelen durch den Franzosen Pascal Sauvage (mit wunderbarem Akzent: John Malkovich) zu verhindern. Dabei läuft ihm die schöne Agentin Lorna (Natalie Imbruglia, ja die "Torn"-Sängerin!) über den Weg, was schon reichlich Gag-Potential in sich birgt, verträgt sich doch Macho-Imponiergehabe so gar nicht mit naiver Tolpatschigkeit. Dennoch liegt der Akzent eher auf gezielter Situationskomik als auf plumpen Slapstick-Elementen, die bei der Verfolgung des Bösewichts natürlich nicht ausbleiben. Dem ist es selbstverständlich gelungen, die Juwelen an sich zu bringen und er trachtet jetzt danach Herrscher über das mit Frankreich vereinigte England zu werden. So abgehoben sich der Plot aber anhören mag, so unterhaltsam ist er jedoch inszeniert, denn Johnny English kann sich auf seiner Mission nicht nur einer absoluten High-Tech-Ausstattung bedienen sondern muss auch den einen oder anderen Stunt absolvieren, die sich übrigens überraschenderweise qualitativ hinter namhaften Action-Produktionen nicht zu verstecken brauchen. So manövriert er sich mit Lornas tatkräftiger Unterstützung von einer Gefahrensituation zur nächsten bis zu seiner passenderweise etwas merkwürdigen Auffassung der Erfüllung seiner Aufgabe.

Wertung: 6 von 10 Punkten

(Miguel)