JURASSIC WORLD
Darsteller:  Bryce Dallas Howard, Chris Pratt, Vincent D'Onofrio, Nick Robinson, Ty Simpkins
Regie:  Colin Trevorrow
Dauer:  124 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  de.jurassicworldintl.com
 

Ist es tatsächlich schon 22 Jahre her, dass uns Steven Spielberg mit dem ersten Teil seiner Jurassic Park-Serie nach den Bestsellern von Michael Crichton samt folgender Dino-Mania beglückt hat? Jedenfalls gilt heute noch genauso wie damals, dass er es doch besser bei dem einen Film belassen hätte, obwohl er sich ja jetzt als Executive Producer sehr im Hintergrund hält. Inhaltlich aber gibt auch die jetzige Auflage wie schon ihre zwei Vorgänger gegenüber dem ersten Teil kaum etwas Neues her, was dann schon die Frage der unbedingten Notwendigkeit aufwirft. Dass das jedoch im Filmbusiness bei der Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg kaum zum K.O.-Kriterium taugt, ist nicht erst seit heute allgemein bekannt. Und so muss man sich wohl oder übel damit abfinden, dass die größten Produktionen oft Neuaufgüsse längst abgearbeiteter Stoffe sind.

Aber machen wir das neue Dino-Abenteuer mal nicht schlechter als es ist, kommen doch die Saurier dank State of the Art-Animation und 3D-Technologie realistischer und imposanter daher als jemals zuvor. Es geht wieder mal um die fatale Verquickung von Genmanipulation mit wirtschaftlichen Interessen, die die Betreiber der neuen „Jurassic World“ auf der bekannten Isla Nublar zur Schaffung immer spektakulärerer Geschöpfe antreiben. Der hochmoderne Freizeitpark, „Jurassic Park“ 2.0 sozusagen, ist dabei mit seinen Hotels, Dressurshows, ja sogar Streichelgehegen nicht nur ein enorm erfolgreiches Geschäft, sondern bietet dem Militär hinter den Kulissen obendrein ein ideales Experimentierfeld zur Erprobung paläontologischer Waffen. Neueste Attraktion soll der gerade erst zusammenhybridisierte Indominus Rex werden, der den bisherigen Publikumsliebling Tyrannosaurus Rex an Bösartigkeit noch weit in den Schatten stellen soll. Tragisch nur, dass es dem äußerst intelligenten und offensichtlich unterschätzten Tier gelingt, alle Sicherheitsvorkehrungen zu überwinden und das just an dem Tag, an dem die Neffen der karrieregeilen Parkleiterin Claire (farblos: Bryce Dallas Howard) zu einem Besuch eingetroffen sind.

Das kommende Szenario hat man wie erwähnt so oder zumindest so ähnlich schon in den vorangegangenen Teilen erleben dürfen und muss sich deshalb mit der Bewunderung der Animation bei Laune halten. Dass dabei weder die oberflächliche Beziehungsgeschichte zwischen Claire und ihren bis dato stark vernachlässigten Neffen noch ihre aufgesetzte Liebelei mit dem Parkranger Owen (Chris Pratt) kaum zum Aufbau eines Spannungsbogens geeignet sind, geschenkt. Obwohl die Kinder (Nick Robinson, Ty Simpkins) ihre Sache wirklich gut machen, bleibt Chris Pratt, dem die Heldenrolle wie auf den Leib geschrieben ist, in seinem Kampf gegen die bösen Hintermänner der einzige Lichtblick. Und schließlich sind wir ja auch gekommen, um wildgewordene Dinosaurier zu sehen und die landen einem teilweise wirklich auf dem Schoß.



Wertung: 6 von 10 Punkten

(Mick)