KATAKOMBEN
Darsteller:  Perdita Weeks, Ben Feldman, Edwin Hodge, François Civil
Regie:  John Erick Dowdle
Dauer:  93 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  www.katakomben-film.de
 

Hat Archäologin Scarlett (Perdita Weeks) erstmal Blut geleckt, dann hält sie nichts mehr so einfach auf, wie wir gleich eingangs nachdrücklich miterleben können. Es geht ihr diesmal um die Entdeckung des Steins der Weisen, dem mystischen, mittelalterlichen Allheilmittel, bei dessen Suche schon so mancher Historiker verzweifelte. Jetzt scheint sie im Iran einer heißen Spur zu folgen, und auch die Evakuierung unterirdischer Gänge vor unmittelbar bevorstehender Sprengung durch die Fundamentalisten kann sie nicht davon abbringen.

Schon da ist erkennbar, worauf es hier hinauslaufen wird: „Blair Witch Project“ reloaded. Wackelige Handkamera, diesmal effektsteigernd am Kopf angebracht, und rasend schnelle Schnitte täuschen Authentizität vor, womit ja oben erwähntes Werk einst die Filmwelt revolutionierte. Doch was bei dieser ersten Entdeckung unter einstürzendem Gemäuer noch beeindruckt, läuft schnell ins Leere, als Scarlett mit ihrem Freund George (Ben Feldman) und einem Haufen schnell zusammengetrommelter Locals in die Katakomben Paris' hinabsteigt.

Das ist zwar von der vermittelten Klaustrophobie her durchaus liebevoll inszeniert, aber die Geschichte, die sich Regisseur John Erick Dowdle zusammen mit seinem Bruder Drew erdachte, ist dann doch ein wenig zu dünn geraten, als dass sie nachhaltig eine Gänsehaut hinterlassen könnte. Da hilft es auch nicht viel, dass der Ort mit seinem historischen Hintergrund als Ersatzruhestätte für Pariser Leichen bezüglich seines Gruselfaktors eigentlich ideal gewählt ist. Irgendwann ist jedoch jeder noch so schöne Schockeffekt ausgereizt, wenn sich die erlebten Situationen beliebig oft wiederholen.

Dennoch lässt sich diese Geisterbahnfahrt durch das unterirdische Paris aufgrund stimmiger Bilder der verschiedenen aneinander geschnittenen Kopfkameras gut anschauen, hat man sich einmal auf das Niveau ausbleibender Innovation herabbegeben. Philosophische Aufarbeitung persönlicher Erfahrungen hin oder her, das Potenzial der vergleichbaren Vorgänger „Blair Witch Project“ oder „Paranormal Activity“ hat der Streifen ganz einfach nicht.



Wertung: 5 von 10 Punkten

(Mick)