Kevin & Perry ... tun es

D: Harry Enfield, Kathy Burke, Rhys Ifans, R: Ed Bye, 83 Min.

Mit dem britischen Humor ist das ja oft so eine Sache. Es gibt die schwarze, bissige Ausprägung, wie sie beispielsweise die Monty Python-Truppe jahrelang in Perfektion präsentiert hat. Es gibt Klamauk a la Mr. Bean, bei dem absurder Alltagsblödsinn regiert. Und es gibt eine Vielzahl an Komödien eher "normaler" Art, die sich oftmals um Beziehungskisten drehen. Gelungene Beispiele hierfür waren zuletzt Filme wie "Lover oder Loser" oder "Kreuz und Queer". Was uns nun aber mit "Kevin & Perry ... tun es" vor die Nase gesetzt wird, ist einfach nur dummer Schwachsinn. Eine Persiflage auf Teenagerkomödien wollte man wohl erschaffen, dies ist aber nur in Ansätzen gelungen. Die Idee, einen der beiden männlichen Titelhelden von der bekannten Schauspielerin Kathy Burke (als beste Schauspielerin für "Nil By Mouth" 1997 in Cannes ausgezeichnet) verkörpern zu lassen, macht klar, dass der Film nicht besonders ernst gemeint ist, was aber auch die Handlung umgehend übernimmt.
Kevin (Harry Enfield, auch als Co-Autor und Co-Produzent involviert) und Perry (Kathy Burke) sind absolute Verlierertypen, was Frauen angeht, und sehnen sich nach dem ersten Sex. Bei den kleinsten erotischen Phantasien bekommen sie Erektionsbeulen überzogenen Ausmaßes, doch in Wirklichkeit will nichts laufen. Dabei machen die Freunde doch sogar zusammen Techno-Musik, und das gar nicht mal so übel. Die rettende Idee: auf nach Ibiza, wo sie als DJs auflegen wollen, und denen liegen ja bekanntlich die Mädels zu Füßen. Nach einigem Hin und Her landen die beiden mit Kevins Eltern auf der Balearen-Insel. Dort lernen sie den DJ-Guru Eye Ball Paul (Rhys Ifans) kennen und verlieben sich in die anfangs sehr unattraktiven und uninteressierten Candice und Gemma. Über Paul kommen sie in den angesagtesten Club der Insel, Amnesia, wo sie sich allerdings auch nur blamieren. Hinzu kommt, dass Kevin völlig von seinen Eltern genervt ist, die noch sexuell aktiv und lautstark bei der Sache sind. Die Reise scheint ein einziger Albtraum zu werden...
Klingt eher nach Teenie-Komödie als nach Parodie derselben? Mag sein, aber die bewusst völlig überzogene Handlung um trottelige Typen, überspitzt hässliche, verpickelte Traumfrauen, einen abgedrehten DJ und fürsorglich entnervende Eltern macht schnell klar, dass der Film nicht ernst gemeint ist. Das Problem ist nur, dass der Humor nur ganz selten mal seine Wirkung entfaltet, meistens sind die Gags nämlich nur dümmlich, wenn nicht sogar ärgerlich. Die (bekanntlich nicht geliebten) Deutschen als Armeekleidung tragende, marschierende Kleingruppe darzustellen, das mag ja noch recht witzig sein, gerade weil sich die Engländer durch Kevin, Perry, Candice, Gemma und die anderen ja auch nicht gerade als Aushängeschilder der Menschheit präsentieren. Die ständigen Erektionen aber, die überstrapazierte Dummheit von Kevin und Perry, sowie die Story generell gehen jedoch mächtig auf den Keks. Mal abgesehen von einigen wenigen Szenen, über die man lachen kann, langweilt man sich mächtig, und die 83 Minuten kommen einem viel zu lang vor, was immer ein schlechtes Zeugnis für einen Film ist. Auch die insgesamt recht anständig ausgewählte Musik rettet die Laune nicht, so dass man diesen Streifen nicht empfehlen kann!

Wertung: 3 von 10 Punkten

(Tobi)