Der 200 Jahre Mann

D: Robin Williams, Sam Neill, Embeth Davidtz, R: Chris Columbus, 130 Min.

Robin Williams setzt in letzter Zeit verstärkt auf Rollen, in denen er sein schon unzählige Male unter Beweis gestelltes Können als Komödiant mit ernsten oder tragischen Elementen verbindet. "Der 200 Jahre Mann" bietet ihm eine weitere so geartete Plattform.
Die Geschichte spielt in San Francisco in naher Zukunft. Roboter haben in die Gesellschaft Einzug gehalten, als Arbeitsmaschinen in menschenähnlicher Statur, die sprechen können und auf Befehle so reagieren, wie sie programmiert sind - für viele Reiche Helfer und Spielzeug zugleich. Richard Martin (Sam Neill) überrascht seine Frau (Wendy Crewson) sowie seine beiden noch jungen Töchter Amanda (Hallie Kate Eisenberg) und Grace (Lindze Letherman) damit, dass er einen Roboter gekauft hat, Modell NDR-114 (nach Robin Williams' Aussehen konzipiert). Da Amanda das Wort Android noch nicht versteht, wird er Andrew getauft. Sein Zweck im Hause Martin soll darin bestehen, Hausarbeiten zu erledigen, zu kochen und die Kinder zu hüten. Nachts steckt sich Andrew zur Regeneration seiner Akkus in eine Steckdose im Keller. Während Grace das alles mehr als affig findet und versucht, Andrew rasch wieder los zu werden, freundet sich Amanda mehr und mehr mit ihm an, und schnell wird klar, dass Andrew durch einen Produktionsfehler mehr ist als ein serienmäßiger Roboter. Über Generationen hinweg dient er der Familie und nimmt immer menschlichere Züge an, ist er doch nicht nur wissbegierig, kreativ und witzig, nein, er empfindet auch Freude, Trauer und sogar Liebe. Andrew beschließt, mit Hilfe des erfinderischen Roboter-Spezialisten Rupert Burns (Oliver Platt) mehr und mehr Mensch zu werden, äußerlich und innerlich, und sich langsam auch von der Familie abzukapseln...
"Der 200 Jahre Mann" ist ein netter Film ohne großen Anspruch, witzig und leicht tragisch zugleich. Die Idee eines sich im Laufe von Jahrhunderten immer mehr vermenschlichenderen Roboters mit Herz wird gut umgesetzt, leider aber auch etwas in die Länge gezogen. Nichtsdestotrotz macht es durchaus Spaß, diesen Film zu sehen, und Robin Williams scheint die Rolle wieder mal wie auf den Leib geschrieben zu sein.
Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)