American Beauty

D: Kevin Spacey, Annette Bening, Thora Birch, R: Sam Mendes, 122 Min.

Lester Burnham (Kevin Spacey) ist an einem Punkt des Lebens angekommen, wo alles zur Routine geworden ist, ob nun sein Job oder seine Ehe, in der er von seiner Frau Carolyn (Annette Bening) ständig untergebuttert wird. Diese hat nämlich das Sagen im Haus, ob bei der Musikauswahl zum spießigen Abendessen oder bei Verhaltensvorschriften für ihren Gatten. Die Kommunikation zwischen beiden ist längst auf das Wesentliche beschränkt, und auch sexuell läuft nichts mehr, so dass Carolyn, selbst wenig erfolgreiche Immobilienmaklerin, ihren Frust durch einer Affäre mit dem Vorbild-Makler überhaupt abbaut. Auch die Tochter des Hauses, Jane (Thora Birch), sieht in ihrem Vater eher einen Losertypen und respektiert ihn kaum noch. Alles ändert sich jedoch plötzlich, als Lester auf einer Highschool-Veranstaltung Janes beste Freundin kennenlernt, die sich selbst unheimlich schön findende und auch ständig mit Jungs anbandelnde Angela (Mena Suvari). Für Lester ist sie eine Göttin, von der er nachts träumt und die ihm Grund genug ist, einzusehen, dass sein Leben doch noch nicht zuende sein kann, und dass er mit neuem Selbstvertrauen an alles herangehen muss, ist es doch nun sein Ziel, Angelas Herz zu erweichen. Ein weiterer Auslöser für Lesters Wandlung ist ein Erlebnis mit dem neuen Nachbarsjungen Ricky (Wes Bentley), der ihn eines Abends nicht nur zum Kiffen anregt, sondern ihm auch zeigt, dass man sich nichts gefallen lassen sollte. Am nächsten Tag schmeißt Lester seinen Job hin und versäumt hierbei nicht, seinen ehemaligen Arbeitgeber durch Erpressung noch zur Kasse zu bitten. Hiervon kauft er sich den lange ersehnten Sportwagen. Außerdem lässt er sich zuhause nichts mehr bieten und haut mächtig auf den Putz, sehr zur Verwunderung von Frau und Tochter. Als Lester lauschenderweise mitbekommt, dass Angela ihn zum Ärger von Jane sogar niedlich findet und sich, wenn er mehr Muskeln hätte, sogar eine Affäre vorstellen könnte, beginnt er mit Hanteltraining. Aufputschende Drogen erhält er hierbei von Ricky, der trotz aller Überwachung durch seinen strengen und brutalen Vater, einen Ex-Colonel und Waffennarr, mit Drogen dealt. Ansonsten fällt Ricky dadurch auf, dass er fast alles mit seiner Videokamera aufzeichnet, durch deren Sucher er ständig auf der Jagd nach der wahren Schönheit im Leben ist. Jane, auch ein Objekt seiner Videoleidenschaft, verliebt sich nach anfänglicher Skepsis in Ricky. Mit Angela, nun nicht mehr Bezugsperson Nummer Eins, gerät sie mehr und mehr in Streit, was die Gefahr, dass diese sich wirklich an Janes Vater heranmacht, vergrößert. Wird Lester sie herumkriegen? Wird Carolyn mit der für sie fast unerträglichen Wandlung ihres Gatten fertig? Kommt Rickys Vater seinem Dealertum auf die Spuren? Passen Jane und Ricky zueinander?
"American Beauty" ist ein großartiger Film, der in allen Punkten überzeugt. Die Geschichte des Lester Burnham, perfekt von Kevin Spacey verkörpert, ist interessant und sowohl tragisch als auch komisch. Die plötzliche Neugestaltung seines Lebens und die Reaktionen der anderen darauf werden wunderbar dargestellt, mit tollen Szenen und starken Dialogen. Jede Rolle ist optimal besetzt und jede noch so kleine Feinheit stimmt einfach, vielleicht sieht man hier, dass mit Sam Mendes ein Theaterregisseur am Werk war. Auch wenn der Streifen Überlänge hat, wird er niemals langweilig, im Gegenteil, dieser Film macht einfach Spaß. Muss man gesehen haben!
Wertung: 10 von 10 Punkten

(Tobi)