Asterix & Obelix gegen Caesar

D: Gérard Depardieu, Christian Clavier, Roberto Benigni, Gottfried John, R: R: Claude Zidi, 110 Min.

Wer kennt sie nicht, Asterix und Obelix, die wohl berühmtesten Comichelden, wozu sie nicht zu Unrecht geworden sind, bestechen die Geschichten um ein dem römischen Imperium Widerstand bietendes, gallisches Dorf doch durch wunderbare Zeichnungen und seines gleichen suchenden Wortwitz gleichermaßen. Nun tummeln sie sich mal wieder auf der Kinoleinwand, was an sich ja nichts Besonderes ist nach diversen Ausflügen in die Filmtheater, über die man bereits köstlich lachen konnte. Neu ist, daß es sich dieses Mal nicht um einen Zeichentrickfilm handelt, sondern um eine Adaption des Stoffes in eine Realwelt. Asterix (Christian Clavier) und Obelix (Gerard Depardieu) erleben in denn fast zwei Stunden Laufzeit des Films einige Abenteuer, die man als Collage aus mehreren Comicgeschichten sehen kann, wobei allerdings die Story nicht streng übernommen wird. Zuerst widersetzen sie sich mit Hilfe des vom Druiden Miraculix gebrauten Zaubertranks einigen römischen Attacken, dann verliebt sich Obelix in die mit üppigen Rundungen ausgestattete Heimkehrerin Falballa, schließlich gerät der Druide samt Zaubertrank in römische Hände, wobei Destruktivus (Roberto Benigni) hinterhältig Caesar (Gottfried John) um seine Macht bringt ... bis Asterix und Obelix auf den Plan treten, um die Verhältnisse wieder gerade zu rücken.
Die Landschaft wurde comicgetreu nachgeschaffen, die Besetzung ist anständig (wobei Marianne Sägebrecht als Gutemine und vor allem Gottfried John als Caesar wie aus dem Comic gehüpft erscheinen, Gerard Depardieu aber etwas blaß wirkt), auch die Kampfszenen wurden durch Spezialeffekte wie in der Vorlage gestaltet - trotzdem bleibt der Spaß etwas auf der Strecke. Im Gegensatz zu den Comics, und auch zu den Asterix-Zeichentrickfilmen, krankt das Ganze an der Story, die am Ende einfach an den Haaren herbeigezogen wirkt, und am fehlenden Witz, der nur selten durchblickt. So insgesamt vielleicht ganz nett, um mal zu schauen, wie der Comic in die reale Welt gehievt wird, ansonsten aber nicht der erwartete Spaß, schade!
Wertung: 4 von 10 Punkten

(Tobi) Nach diversen Zeichentrickfilmen versucht sich mit den Leuten um Claude Zidi hier zum ersten Mal ein Produktionsteam an einer Realfilmadaption des wohl erfolgreichsten Comics der Welt und das, soviel sei vorweggenommen, gewiß nicht schlecht. Schon von den ersten Minuten an hält der Film jedem Vergleich mit dem Comic, den man ja bei dieser geradezu übermächtigen Vorlage unweigerlich anstellt, obwohl der Film sehr wohl als eigenständiges Werk zu betrachten ist, stand. Denn viel hängt davon ab, ob die Schauspieler als Verkörperung der Comicfiguren akzeptiert werden, und das ist mit den Hauptdarstellern Gérard Depardieu als Obelix und Christian Clavier als Asterix definitiv gelungen. Spätestens wenn wenig später Gottfried John auf den Plan tritt, den man in seiner Rolle ohne Übertreibung als fleischgewordenen Comic-Caesar bezeichnen kann, sind alle Zweifel an der Besetzung beseitigt, und der vorurteilbehaftete Comicfreund – es kann doch nur in die Hose gehen zu versuchen, Asterix in einen Realfilm umzusetzen – zeigt sich befriedigt. Nachdem so alle Voreingenommenheit beseitigt wurde, hat man also die Möglichkeit, sich auf die Handlung zu konzentrieren, bei der es wie so oft in den Comics darum geht, daß die Römer versuchen, das widerspenstige gallische Dorf Kleinbonum zu erobern, deren Einwohner bekanntlich Dank des von ihrem Druiden gebrauten Zaubertranks unbesiegbar sind. Diesmal allerdings steht ihnen mit Destruktivus (Roberto Benigni) ein gerissener Bursche gegenüber, dem es gelingt, den Druiden Miraculix (Claude Piéplu) gefangenzunehmen, dem er mit allen Mitteln das Rezept für den Zaubertrank zu entlocken versucht. Asterix und Obelix wollen dies natürlich verhindern und machen sich auf den Weg, ihn zu befreien. Nebenbei gilt es auch noch, die Intrigen des Sehers Lügnix (Daniel Prévost) und den Liebeskummer von Obelix zu überstehen, der sich in die gerade aus Lutetia zurückgekehrte Falbala (Laetitia Casta) verguckt. So greift Zidi, der auch das Drehbuch geschrieben hat, auf verschiedene Asterix-Bände von "Der Seher" bis zum "Kampf der Häuptlinge" zurück und baut darum eine Story, die einen zwar nicht gerade überfordert aber dennoch zu unterhalten versteht. Besonderes Vergnügen bereitet dabei die Liebe zum Detail, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringt, ob es nun die Namen der Figuren sind – Gutzufus, Überdrus, Trolleybus, Anorexis oder Alkoholix, um nur einige zu nennen – oder deren Ausstattung – da ist z. B. der einige hundert Jahre alte Druide Patriarchix, der in einer Höhle haust und dem Moos und Pilze im Gesicht wachsen oder der Brustpanzer eines Römers, den gutdefinierte Bauchmuskeln auf einer mächtigen Plauze (!!!) zieren. Auch die eher mit Skepsis erwarteten Animationssequenzen enttäuschen nur selten sondern sind meistens gut gemacht und sorgen so, besonders im Fall der durch Fausthiebe der Gallier zum Fliegen gebrachten Römer, für Erheiterung. Somit ist hier das Comic annähernd 1:1 in einen Realfilm transformiert worden, wobei allerdings die Bissigkeit und die Ironie der Texte weitgehend auf der Strecke geblieben sind, aber trotzdem sollten die knapp zwei Stunden leichte Unterhaltung durchaus auch eingefleischten Asterix-Fans Spaß machen.
Wertung: 6 von 10 Punkten

(Miguel)