Schweinchen Babe in der großen Stadt

D: Magda Szubanski, James Cromwell, Mary Stein, R: George Miller, 96 Min.

Da ist sie nun, die Fortsetzung der Geschichte des niedlichen Schweinchens Babe, das uns im ersten Teil als Schäferschwein so bezaubert hat. Gerade erst vom ruhmreich bestrittenen Schäferwettkampf zurückgekehrt, ziehen auch schon dunkle Wolken über der Farm von Bauer Hoggett (James Cromwell) auf, denn erst verletzt er sich bei der Reperatur seines Brunnens, woran Babe nicht ganz unschuldig ist, und dann stehen auch noch zwei Banker vor der Tür, die die Farm pfänden wollen. Da hilft nur eins: ein lukratives Auftrittsangebot für das berühmte Schwein anzunehmen, um das Geld zum Erhalt der Farm aufzutreiben. So verschlägt es Babe in Begleitung von Bäuerin Hoggett (Magda Szubanski), da ihr Mann nach seinem Unfall ja nicht reisefähig ist, in die große Stadt, wo schon allerlei Hunde, Katzen und sogar Affen darauf warten, seine Bekanntschaft zu machen. Was allerdings beim Erstling neben der netten Idee, sprechende Tiere zu den Hauptdarstellern zu machen, begeisterte, nämlich den Figuren in der einfachen Handlung genügend Platz zu lassen, wird hier beim Versuch, den Vorgänger mit mehr Action zu toppen, doch stark vernachlässigt. Somit geht in der turbulenten Handlung, die Babe in eine Tierpension mitten in der Stadt führt, in der neben Hunden und Katzen auch eine Affen-Zirkustruppe residiert, die ihn auch sofort mit den Gepflogenheiten von Stadttieren vertraut macht, indem sie die Neuankömmlinge erstmal beklaut, die einfühlsame Inszenierung des ersten Teils größtenteils verloren. Einmal mit den Pensionsbewohnern in Verbindung getreten, wird unser naives Ferkel von ihnen von einem Abenteuer ins nächste gestoßen, wobei es gilt, einem wildgewordenen Pitbull zu entkommen, ihm das Leben und wenig später auch noch die Tiere der Pension zu retten, die, von bösen Nachbarn angezeigt, kurzerhand im Versuchslabor gelandet sind. Dabei beeindruckt allerdings mal wieder die Animation, die die Tiere zu vollwertigen Schauspielern macht, und deren Agieren einen vor den Tiertrainern ganz tief den Hut ziehen läßt, die auch hier wieder ganze Arbeit geleistet haben. Die technische Perfektion kann einen aber auch nicht darüber hinwegtrösten, daß die Story viel zu vorhersagbar ist, und die Gags selten Vorschulniveau übertreffen. Darüberhinaus wird man die ganze Zeit das Gefühl nicht los, daß sich die Handlung in einer konstruierten Phantasiewelt abspielt, woran die Ausstattung und die Designs sicherlich großen Anteil haben, und was dazu führt, daß man dem ganzen Treiben sehr distanziert zusieht. Dies ist dem Realismus der Szenen nicht gerade zuträglich, der ja gerade das Erstlingswerk auszeichnete. So hat sich Regisseur George Miller bei der Fortsetzung der Abenteuer von Schweinchen Babe vielleicht auch wegen der zu großen Erwartungshaltung nach dem ersten Teil doch stark verhoben, bringt er hiermit doch einen Film auf die Leinwand, bei dem Kinder zwar ihren Spaß haben dürften, der aber höheren Ansprüchen nicht genügt, da können auch die Auftritte der singenden Mäuse nichts mehr retten, die sich diesmal unter anderem mit Coverversionen von Edith Piaf und Dean Martin hervortun.
Wertung: 3 von 10 Punkten

(Miguel)