James Bond - Die Welt ist nicht genug

D: Pierce Brosnan, Sophie Marceau, Denise Richards, Robert Carlyle, R: Michael Apted, 125 Min.

Der Untötbare ist zurück, es gibt einen neuen James Bond-Film. Agent 007 (Pierce Brosnan) bringt einen auf spektakuläre Weise (wie auch sonst!) erworbenen Geldkoffer zu seiner Chefin M (Judi Dench), bestimmt ist er für Sir Robert King (David Calder), Chef von King Enterprises, einer der mächtigsten Ölfirmen der Welt. Dummerweise befindet sich im Koffer eine Bombe und der Ölmagnat wird im Gebäude des Geheimdienstes in London zerfetzt, wie unschön. Kurz darauf wird Bond von einer rassigen Frau (Maria Grazia Cucinotta) beschossen (sie trifft nicht, nochmal Glück gehabt!) und es kommt zu einer rasanten Boots-Verfolgungsjagd auf der Themse. Bond will den Namen desjenigen, der hinter allem steckt, die geheimnisvolle Fremde zieht aber Selbstmord vor. Dank des allwissenden Computers von Monneypenny (Samantha Bond) wird die Frau als Lieutnant des bekannten Terroristen Renard (Robert Carlyle) identifiziert. Dieser hatte vor einigen Jahren Robert Kings Tochter Elektra (Sophie Marceau) entführt. Bond findet heraus, dass der Erpresste auf Ratschlag von M eine Lösegeldzahlung verweigert hatte, Elektra konnte sich dann jedoch selbst befreien. Von Q (Desmond Llewelyn) und seinem Assistenten R (John Cleese) mit neuestem Agenten-Technik-Schnickschnack ausgestattet, reist Bond in die kaukasischen Berge, wo King Enterprises, nun unter der Leitung von Elektra, daran arbeitet, eine von vier dann existierenden Ölpipelines vom Kaspischen Meer zum Mittelmeer zu bauen, allerdings direkt durch die Türkei, während die anderen drei Leitungen zum Schwarzen Meer führen, das Öl dann also per Schiff über den Bosporus gebracht wird. James Bond soll nun die schöne Elektra beschützen und herausfinden, wer ihren Vater ermordet hat. Kurz darauf schon werden die Beiden beim Beschauen der geplanten Pipelineroute per Ski in den Bergen angegriffen, können aber (puh, wieder Glück gehabt!) entkommen, natürlich nach einer actiongeladenen Verfolgungsjagd. In der Stadt Baku trifft 007 seinen alten Gegenspieler, den ehemaligen KGB-Agenten Zukovsky (Robbie Coltrane) wieder, der inzwischen nicht nur Kasinobesitzer dort ist, sondern auch eine Fischerei sein Eigen nennt, in der Kaviar und Champagner erster Güte hergestellt werden, für Geschäftsmänner ebenso wie für Mafia-Bosse, Diplomaten oder Spione. Bond vermutet eine Verwicklung Zukovskys in die ganze Sache. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz und unser charmanter Agent landet mit Elektra im Bett (was sonst?!). Nachts allerdings bemerkt Bond verdächtiges Verhalten bei einem der Leibwächter Elektras, der sich mit einem Aktenkoffer aus dem Staub macht, natürlich unwissend mit Bond im Kofferraum. 007 nimmt seine Position ein und gelangt per Flieger nach Kasachstan, wo eine Gruppe atomarer Wissenschaftler damit beschäftigt ist, eine nukleare Testeinrichtung stillzulegen, unter ihnen auch Dr. Christmas Jones (Denise Richards). Plötzlich ist nicht nur eine unterirdisch gelagerte Atombombe im Spiel, auch Renard taucht auf, um sich mit selbiger aus dem Staub zu machen. Es beginnt eine actiongeladene Jagd, ob nun in der Türkei oder im Kaukasus. Natürlich ist auch nicht jeder ein Freund, der zuerst so schien, und so hat Bond mehr Probleme, als ihm lieb sind. Na ob er da nochmal gut aus der Sache rauskommt???
Da man bei James Bond-Filmen ja weiß, dass man nun wirklich alles andere als Realitätsnähe erwarten kann, eben mehr einen Real-Superhelden-Comic, will man gute Actionszenen und witzige Dialoge bzw. Sprüche sehen. Diese beiden Elemente bekommt man ausreichend geboten, der Film ist nie langweilig und macht durchweg Spaß. Hinzu kommt eine wunderschöne Sophie Marceau, die auch stark spielt, neben ihr verblasst Denise Richards doch etwas. M, Q, R, alle spielen ihre Rollen gekonnt, und dies tut auch Pierce Brosnan, schließlich hat er ja nun auch schon Routine als Bond. Ich denke, dieser Film ist sein bisher bester Streifen, und wer Lust auf Action hat, der sollte ihn nicht verpassen.
Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)