Der zuckersüße Tod

D: Rose McGowan, Rebecca Gayheart, Judy Greer, Chad Christ, R: Darren Stein, 87 Min.

Sie sind jung, sie sind hübsch und sie sind gemein, wie man es wohl sein muss, wenn man sich an einer amerikanischen Highschool den Ruf einer populären Schülerin erhalten will. Die Rede ist vom Quartett Courtney (Rose McGowan), Julie (Rebecca Gayheart), Marcie (Julie Benz) und Liz (Charlotte Roldan), welches, aufgebrezelt bis in die letzten Haarspitzen, an der Schule größtes Ansehen genießt. Doch diese heile Welt gerät mächtig ins Wanken, als Liz an ihrem siebzehnten Geburtstag, bei der scherzhaften Entführung durch ihre drei Weggefährtinnen, die sie gefesselt und geknebelt in den Kofferraum ihres Autos verfrachten und in ein Restaurant karren, wegen des wenig fachmännischen Knebels, einer riesigen Bonbonkugel (deren Herstellung man übrigens im Vorspann in allen Einzelheiten beobachten kann, was im Nachhinein mit Kenntnis der Handlung unbedingt als wunderschön makabre Idee Erwähnung finden muss), der Erstickungstod ereilt. Aber Rädelsführerin Courtney hat ja nicht umsonst den Ruf eines bösartigen Biests, also hat sie kurzerhand umdisponiert, und den Plan für die Vertuschung dieses Unfalls schon abrufbereit im Kopf. So weit so gut, aber nach dem verheißungsvollen, weil wunderbar schwarzhumorigen Anfang, driftet der Film in eine Richtung ab, die ihn nur scheitern lassen kann, denn aus dem netten Kriminalstück der drei Mädchen, die versuchen, die ermittelnde Detective Vera Cruz (supercool: Ex-Jackie Brown Pam Grier) hinters Licht zu führen, wird immer mehr ein Highschool-Drama, das die allgemeinen Sorgen und Nöte der Schülerinnen, denen nichts wichtiger ist, als ihr Ruf, in den Vordergrund stellt. Dies mag ja durchaus augenzwinkernd gemeint sein und parodistische Züge haben, allerdings wirkt die Transformation des gehänselten Mauerblümchens Fern (Judy Greer), die durch Zufall das Geheimnis der drei entdeckt, zum angesehenen Vamp, und der damit verbundene Aufstieg in die High Society der Schule, als Gegenleistung für ihr Stillschweigen, reichlich abstrus und ist obendrein für denjenigen, der nicht mindestens ein Jahr an einer amerikanischen Highschool verbracht hat, wenig unterhaltsam. So ähnlich gestaltet sich dann auch der Rest des Films, der den Konflikt zwischen der Aussteigerin Julie, die wegen ihres schlechten Gewissens zu der Einsicht gelangt, dass sie sich auf dem falschen Weg befinden, und der im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehende Courtney und ihren Kampf um Gerechtigkeit darstellt. Da vermögen dann auch die Auftritte von Brian Warner alias Marilyn Manson in der Rolle eines schmierigen Rockers und der aufstrebenden Mädchen-Punkband "The Donnas" als Schulband nicht mehr viel zu retten. Wer hübsche, ihre Körper zur Schau tragende Mittzwanzigerinnen in den Rollen rumzickender Teenies sehen will, der kann sich genausogut "Beverly Hills 60318" im Fernsehen angucken.
Wertung: 4 von 10 Punkten

(Miguel)