Erleuchtung garantiert

D: Uwe Ochsenknecht, Gustav-Peter Wöhler, R: Doris Dörrie, 96 Min.

Gustav (Gustav-Peter Wöhle) ist Feng-Shui-Experte und freut sich darauf, sich seinen lange gehegten Wunsch zu erfüllen und eine Zeit lang in einem japanischen Zen-Kloster zu leben. Zusammen mit seiner Frau Ulrike (Ulrike Kriener) trifft er letzte Reisevorbereitungen, als sein Bruder Uwe (Uwe Ochsenknecht) anruft, völlig verzweifelt, da ihn sein Frau Petra (Petra Zieser) mitsamt den Kindern verlassen hat. Auch wenn Gustav nicht so recht will, einige Minuten später sitzt Uwe bei ihm, heult ihm die Ohren voll, benutzt sein Zen-Gärtchen als Aschenbecher und trinkt einen "Jack Daniels" nach dem anderen. Im Vollrausch bittet er Gustav mehrfach, ihn mit nach Japan zu nehmen.
Am nächsten Tag weiß der verkaterte Uwe nicht mehr viel davon, doch Gustav hat ihn erhört und Tickets besorgt. So sind sie nun auf dem Weg nach Japan. Uwe hält seine weiterhin ungebrochene Verzweiflung über Petras Flucht aus der gemeinschaftlichen Wohnung - und einiges mehr - mit seiner Handycam fest, im Flugzeug, in der Bahn, eigentlich überall. In Tokyo angekommen machen die Brüder einen Stadtbummel, auf dem sie sich dann auch prompt verirren. In einer Bar zahlen sie zur eigenen Überraschung 600 Dollar für ein paar Drinks, die Scheckkarten werden von einem Bankautomaten verschluckt, das letzte Restgeld investieren sie also in ein Taxi, dessen nur japanisch sprechende Fahrerin sie aber statt ins Hotel zum weit entlegenen Hospital fährt. Da sind sie nun, alleine in Tokyo, dabei wollten sie doch ins Zen-Kloster. Nach einer Nacht, die sie in Pappkartons auf einem Friedhof verbringen, verlieren sie sich schließlich auch noch auf einer vielbelaufenen Kreuzuung im Gewühl, und so dauert es einige Zeit, bis sie wieder zueinander und nach kurzem Jobben in einem bayrischen Restaurant letztendlich doch ins Kloster finden. Auf der Suche nach Erleuchtung ist aber auch hier nichts alles, wie sie es sich vorgestellt haben...
"Erleuchtung garantiert" ist ein Film, der ganz nett gemacht ist, aber einen doch nicht wirklich oft zum Lachen bringt, eher mal zum Schmunzeln. Der Streifen hat durchaus seine Längen und wirkt nur stellenweise erfrischend komisch, obwohl die Story dies durchaus ist. Da versucht man vielleicht schon eher, die eingebauten Zen-Weisheiten in sich aufzunehmen und hierüber nachzudenken. Optisch hebt sich der Film durch die komplette Drehweise mit kleinen Digitalkameras vom üblichen Kinobild ab, und auch die Entstehungsweise ist dann doch wieder interessant, wenn man bedenkt, dass sich die gesamte Crew (fünf Leute plus zwei Hauptdarsteller) zwei Wochen lang dem im Film geschildertem strengen Ablauf im Kloster unterziehen musste, um dort drehen zu dürfen. Als schräger Road-Movie anständig, wenn man nicht eine Doris Dörrie-Komödie im Stil von "Männer", mit vielen Lachern, erwartet.
Wertung: 5 von 10 Punkten

(Tobi)