Der Feuervogel

D: Manou Lubowski, Tina Ruland, Horst Buchholz, R: Vaclav Vorlicek, 86 Min.

Nach "Die Seekönigin" kommt mit "Der Feuervogel" innerhalb kurzer Zeit der zweite deutsch-slowakisch-tschechische Märchenfilm unter der Regie von Vaclav Vorlicek in unsere Kinos, allerdings stammt dieser bereits aus dem Jahr 1996 ("Die Seekönigin" wurde ebenfalls schon ein Jahr darauf gedreht). Von der Story her unterscheiden sich die beiden Filme nicht wirklich gewaltig. Eine schöne Prinzessin, die von einem Bösewicht gefangen gehalten wird, dazu ein holder Prinz, der, gnadenlos verliebt, sie retten möchte (na ob das gelingt, wer weiß?!?). Nun gut, kurz etwas genauer zur Handlung:
König Jorgen (Horst Buchholz) will seine Tochter Elena (Tina Ruland) verheiraten, und neben dem um ihre Hand anhaltenden, hinterhältigen Schnösel Prinz Wolf (Jiri Langmejer), mit einem sauffreudigen Kumpanen unterwegs, buhlt plötzlich auch der sympathische Prinz Afron (Manou Lubowski) um die Gunst der Prinzessin, nachdem er sich im Dorf in sie verliebt hatte. Hierbei wusste er nicht, dass es sich um die Tochter des Königs handelt, dem er mit seinem Bruder Prinz Otmar (Ondrej Brousek) den berühmten Feuervogel als Geschenk bringt - wahre Liebe also. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, und dies ist der Herr über die Naturgewalten, der im Grufti-Look daherkommende Zauberer Skeleton. Zu ihm will Elena natürlich in keinem Fall, aber schuppdiwupp, er entführt sie einfach durch die Lüfte auf seine weit entfernt liegende Burg - wie gemein! Während Elena dasitzt und sich die Augen ausheult, verspricht König Jorgen, vor Trauer (und wohl auch Altersschwäche) dem Tode nahe, demjenigen die Hand seiner Tochter, der sie rettet. So machen sich die beiden ungleichen Männerpärchen auf den Weg. Auf der einen Seite Afron (anfänglich wie Muttis Liebling aussehend) und Otmar (im langhaarigen Gil-Look), dynamisch, zielstrebig, mutig, vom Zusammenhalt der Brüder und der Liebe zu Elena angetrieben. Unterstützt werden sie von der Hexe Jadwiga (Jirina Bohdalova), die ihnen Hilfsmittel und Tipps mit auf den Weg gibt. Auf der anderen Seite der föhnwellige Schleimscheitel Wolf und sein unrasierter Rüpelkumpane, die versuchen, durch Raub und Hinterlist Afron ein Bein zu stellen. Und der böse Skeleton raubt dem armen König auch noch das Einzige, was ihm jetzt noch Lebensfreude gab, den Feuervogel, der nur bei Vollmond singt, dann aber wunderschön betörend. Na ja, und so nimmt die Geschichte ihren unschwer vorhersehbaren Lauf...
Vaclav, Vaclav, was ist aus dir geworden? Begeisterte Regisseur Vorlicek früher mit großartigen Märchenfilmen wie "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und "Wie man Dornröschen wachküßt", so sind die beiden nun im Kino zu findenden Streifen doch hiergegen mehr als dürftig. Der Feuervogel selbst wurde zu einer der armseligsten Titelfiguren überhaupt gemacht, billig mit einigen Federn in rot zusammengebastelt und dann stocksteif herum sitzend, nicht mal einen kleinen Motor im Hals oder irgend etwas anderes Bewegendes hat man ihm gegönnt. Schauspielerisch erfüllt Karel Roden ganz in Schwarz als Skeleton seine Rolle solide, wie eigentlich alle anderen auch, sieht man mal von Tina Ruland ab, die ihr nicht vorhandenes schauspielerisches Talent wieder einmal unter Beweis stellt. Für Kinder gibt es doch einige bessere Streifen zur Zeit im Kino.
Wertung: 4 von 10 Punkten

(Tobi)