Himalaya

D: Thilen Lhondup, Karma Wangiel, Gurgon Kyap, R: Eric Valli, 110 Min.

In 5000 Metern Höhe liegt im Dolpo, einer Region im Nord-Westen des Himalayas, ein einsames Dorf, das vor einem Problem steht, da der Karawanenführer, Sohn des alten Tinle, starb, als er sich alleine zu weit in die Berge vorwagte. Tinle vermutet, dass Karma seinen Sohn auf dem Gewissen hat, um nun selbst zum Führer zu werden, und wird zu einem verbitterten, störrischen, alten Mann, der nie nächste Karawane nun selbst führen will. Diese steht bevor, da das vorhandene Salz zu Überlebenszwecken gegen Korn eingetauscht werden soll, wozu der tagelange Fußmarsch von Stammesangehörigen und ihren beladenen Yaks durch die Bergwelt des Himalaya vonnöten ist. Hierfür braucht man einen Führer, der sowohl erfahren ist als auch rüstig genug, um den richtigen Weg zu finden und allen Unwettern oder sonstigen Problemen zu trotzen. Erfahren ist Tinle, aber schon lange nicht mehr kräftig genug, was er aber nicht einsehen will, besessen von der Idee, die Karawane nicht Karma zu überlassen. Jener hat schon einige Karawanen begleitet und ist sowohl jung als auch stark, jedoch auch zu ungestüm, glaubt er doch nicht an die Orakelsprüche der Schamanen, an Wetterprognosen aufgrund alter Rithen oder generell daran, dass es die Götter sind, die einen sicher über die Berge leiten, und dass man ohne sie keine Chance hat. Tinle möchte seinen Enkel Pasang zum kommenden Führer machen und diesen daher mitnehmen auf den schweren Marsch, bei dem ihm sein zweiter Sohn Nourbou als Kraftspender zur Seite stehen soll, der allerdings als Lama im Kloster lebt und anfangs nicht von der Idee begeistert ist, schließlich aber doch dem Vater hilft. Die Dorfbewohnen sind gespaltener Ansicht, sie halten Tinle für zu alt und Karma für zu eigenwillig, doch sie müssen sich entscheiden. So bricht Karma bereits einige Tage vor dem vom Orakel als Starttermin festgelegten Tag auf, mit vielen Männern im Schlepptau. Tinle und seine kleinere Gefolgschaft, bestehend aus älteren, gottesfürchtigen Kameraden, aber auch Nourbou, Pasang und seiner Mutter, folgen am vorherbestimmten Tag, wobei Tinle wie besessen das Ziel vor Augen hat, karmas Karavane einzuholen, weshalb er auch einen kürzeren, aber viel gefährlicheren Weg wählt...
"Himalaya" ist ein Film, bei dem, abgesehen von einer brenzligen Bergszene, Spannung größtenteils ausbleibt, was aber gewollt ist, geht es doch vielmehr um den Konflikt der beiden Charaktere Tinle und Karma, die beide zu engstirnig zu sein scheinen, um alleine den beschwerlichen Weg durch die Berge zu schaffen. So lebt der Streifen dann oft auch von Stimmungen, transportiert durch das Zusammenspiel von wunderschönen Bildern aus dem Himalaya und der Musik tibetanischer Herkunft. Ebenso beleuchtet der Film aber auch das, was die Völker im Himalaya wirklich auf ihren Karawanszügen durchmachen müssen, wurde er doch unter realen Bedingungen gefilmt. Alles andere als ein Actionstreifen, aber doch in puncto Story durchaus interessant und optisch sowieso reizvoll.
Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)