Ich kann's kaum erwarten

D: Jennifer Love Hewitt, Ethan Embry, Lauren Ambrose, R: Deborah Kaplan, Harry Elfont, 96 Min.

Dachte man noch vor kurzem, die Zeit der flachen US-Teenagerkomödien der 80er ohne größeren Schaden überstanden zu haben, wird man doch recht schnell eines Besseren belehrt, denn nach Werken wie "Clueless" taucht doch immer wieder so ein Streifen in den Kinos auf, und auch dieser hier muß definitiv dazu gezählt werden. Aber während bei "Clueless" wenigstens ansatzweise so etwas wie Ironie und kritische Betrachtungsweise der verwöhnten Beverly Hills-Jugend zu erkennen war, geben uns hier Kaplan und Elfont mit ihrem Regie-Debut die volle Dosis Klamauk angereichert mit ein wenig Herzschmerz. Daß das, in die richtige Handlung eingebettet, nicht unbedingt verkehrt sein muß und durchaus noch als leichte Abendunterhaltung taugen kann, ist ganz klar, doch das, was sich die beiden hier ausgedacht haben, sie haben nämlich auch für das Drehbuch geradezustehen, kann man weder originell noch besonders witzig nennen. Somit ist die Story auch schnell erzählt: die Abschlußklasse der Huntington Hills Highschool hat die letzten Prüfungen hinter sich gebracht und bereitet sich nun auf das Leben nach der Schule vor, das natürlich erstmal mit einer großen Party beginnt. Dort will Preston (Ethan Embry) seine letzte Chance wahrnehmen und der gerade von ihrem Freund abservierten Amanda (Jennifer Love Hewitt) seine Liebe gestehen, da er am nächsten Tag die Stadt verläßt. Parallel dazu wählt Klassendepp William (Charlie Korsmo) die Party als geeigneten Ort, um sich für jahrelange Demütigungen an einigen Mitschülern zu rächen. Daß diese Vorhaben nicht ohne Komplikationen in die Tat umgesetzt werden können, versteht sich von selbst und auch sonst geht es auf der Party recht turbulent zu, was allerdings nicht verhindert, daß man sich über weite Strecken des Films langweilt, denn die oberflächliche Handlung läßt eine eingehendere Beschäftigung mit den Figuren einfach nicht zu. Und auch wenn man sagen sollte, daß dies gar nicht der Anspruch des Films ist, der einfach nur unterhalten soll, wird man doch ziemlich enttäuscht und kann sich nur über die teilweise wirklich schlechten Gags ärgern. Daß man trotzdem an manchen Stellen zum Schmunzeln gebracht wird, ist eigentlich nur dadurch zu erklären, daß man sich mit der Zeit dem niedrigen Niveau des Films anpaßt und sich schon damit zufriedengibt, die Party-Rituale der Teenies sehr überzeichnet präsentiert zu bekommen. So kann man sich allenfalls über die Sprüche allzu cooler Hip-Hopper und um ihren Ruf bedachte Girlies amüsieren, was für einen abendfüllenden Spielfilm aber bei weitem nicht genug ist. Dieses Beispiel zeigt wunderbar, daß es einfach nicht ausreicht, die Hauptrolle mit einer der angesagtesten Jungdarstellerinnen wie Jennifer Love Hewitt zu besetzen, die gewiß nett anzuschauen ist, aber in diesem Film regelrecht untergeht. Mag sein, daß Kids an diesem Trash-Streifen mehr gefallen finden, wenn man sich aber eher der Erwachsenenfraktion, die die Pubertät schon hinter sich gelassen hat, zugehörig fühlt, sollte man seine Zeit besser verbringen können als mit diesem Film.
Wertung: 1 von 10 Punkten

(Miguel)

Meistens liegen Miguel und ich ja in etwa auf gleicher Wellenlänge bei der Bewertung von Filmen, teilweise jedoch wohl auch nicht, wie sich hier wieder zeigt. Auf die Story verzeichte ich hier, sie wurde ja bereits oben geschildert. Komme ich also gleich zu meinem Fazit: sicherlich wird hier sehr leichte Unterhaltung geboten, sicherlich besitzt die Story keinen großen Inhaltswert, sicherlich sind einige Gags mehr als flach, jedoch gibt es im Film durchaus auch nicht wenige Stellen, die einem zum Schmunzel (ja, auch Miguel habe ich schmunzeln sehen) oder sogar Lachen bringen, sei es die geschickte, anfängliche Verbergung des Gesichts von Jennifer Love Hewitt, sei es die Barry Manilow-Einarbeitung, seien es allzu doofe Gesten gewollt cooler Tennies. So ist dies im Endeffekt ein Film ohne jede Tiefenwirkung, aber doch nette Unterhaltung zum Einmal-Schauen, wenn man gerade gut gelaunt ist, natürlich intellektuell alles andere als anspruchsvoll und nur mit dem Wissen, sich jetzt etwas Quatsch anzuschauen, zu genießen.
Wertung: 4 von 10 Punkten

(Tobi)