Kreuz und Queer

D: Kevin McKidd, Jennifer Ehle, Hugo Weaving, R: Rose Troche, 96 Min.

Der homosexuelle Leo (Kevin McKidd) kommt an seinem 30. Geburtstag schlechtgelaunt in seine Wohnung, wo er zusammen mit dem ebenfalls schwulen Darren (Tom Hollander) in London lebt, beide haben aber keine Beziehung. Leo ist gefrustet, da die letzte Zeit einige beziehungstechnische Probleme mit sich gebracht hat und er nun wieder solo ist. Das Letzte, was er sich wünscht, ist eine Überraschungsparty zu seinen Ehren, und genau diese steigt natürlich, organisiert von Darren und der oft bei den Beiden herumschwirrenden Nachbarin Angie (Julie Graham), die es natürlich nur gut mit Leo meinten. So amüsieren sich in der Wohnung nun alle, die sein Leben in der letzten Zeit durcheinander gewirbelt haben. Leo verzieht sich genervt in sein Zimmer und lässt die Ereignisse noch einmal Revue passieren.
Rückblick. Leo lebt einsam vor sich hin, während Darren eine wilde Affaire mit dem Immobilienmakler Jeremy (Hugo Weaving) in dessen Arbeitsobjekten auslebt. Über seinen Chef und guten Freund Adam (Christopher Fulford) kommt er, trotz anfänglicher Skepsis, zur Männer-Selbsterfahrungsgruppe "Neuer Mann". Dort begegnet er neben einigen schrägen Typen auch dem sensiblen Brendan (James Purefoy) der gerade dabei ist, die Trennung von seiner Freundin Sally (Jennifer Ehle) zu verarbeiten. Leo verliebt sich in Brendan und outet sich dann auch der verdutzten Männergruppe, wobei nicht alle Teilnehmer problemlos hiermit umgehen können. Was aussichtslos scheint, wird Realität: Leo und der vermeintliche Hetero Brendan werden ein Paar. Als Sally auf einem Zettel die Telefonnummer von Leo und Darren findet, taucht sie bei beiden auf, und - siehe da - Leo und sie sind Schulfreunde aus alten Tagen. Natürlich vermutet sie eine Geliebte von Brendan und nicht die schwulen Männer, und so können diese die wahren Begebenheiten leicht verbergen. Die Frage ist nur, für wie lange. Und sind Brendan und Sally nun noch ein Paar oder nicht? Leo fühlt sich schuldig, Sally eigentlich die Wahrheit sagen zu müssen. Plötzlich nähern sich die Beiden auch noch an ... und alles wird noch komplizierter.
"Kreuz und Queer" ist eine lockere, flockige Komödie, die mal etwas konstruiert und überzogen ist, meist aber Spaß macht. Vor allem die Sitzungen der Männergruppe oder das Survival-Camping derselben lassen einen immer wieder herzlich lachen. In puncto Homosexualität hat man mit dem normalen, zurückhaltenden Leo und dem optisch und verhaltenstechnisch schrillen Darren verschiedene Welten herausgestellt, in die ja dann auch andere noch hineinplatzen. Nette Unterhaltung, die man sich ohne weiteres antun kann, ohne es zu bereuen.
Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)