Lake Placid

D: Bill Pullman, Bridget Fonda, Oliver Platt, R: Steve Miner, 79 Min.

Als in einem friedlich scheinenden See im Staat Maine einem Taucher der komplette Unterleib abgebissen wird, da scheint klar, dass es sich um ein Untier besonderer Güte handeln muss, um solches zu vollbringen. Sheriff Hank Keough (Brendan Gleeson), der den halbierten Ex-Taucher selbst auf See begleitet und daher ins Boot gezogen hat, macht sich mit Wildhüter Jack Wells (Bill Pullman) daran, nach der Ursache allen Übels zu suchen. Begleitet werden sie hierbei von der neurotischen Kelly Scott (Bridget Fonda), einer New Yorker Paläontologin, die von ihrem Chef (der eine Affaire mit ihr gerade beendet hat) zum Unglücksort geschickt wurde, um ein Stück Zahn des mysteriösen Wesens zu untersuchen, und die Gelegenheit der Monstersuche nun nutzt, um ihren privaten Stress zu vergessen. Anfangs kommt Kelly aufgrund ihrer leichten Reizbarkeit mit den Dörflern nicht zurecht, nach einigen bissigen Dialogen gibt sich dies aber. Schon bei der ersten Bootsfahrt auf dem See entdecken die Drei einen vom Körper abgetrennten Elchkopf, scheint sich also um ein hungriges welches Wesen zu handeln, das im See vermeintlich auf neue Opfer wartet. Aus dem Trio (lässt man die Helfer mal beiseite) wird ein Quartett, als der leicht abgedrehte und schwer von sich selbst überzeugte Mythologie-Professor Hector Cyr (Oliver Platt) mit seinem Hubschrauber am gebauten Ufer-Lager landet. Mit ihm breitet sich Unruhe aus, da er mit seinen vorlauten Frechheiten bei Hank und Jack gleichermaßen aneckt, mit ersterem kommt es allerdings zu weitaus problematischeren Konflikten. Hector ist sicher, dass ein Krokodil zugeschlagen hat. Diese Tiere, laut Aufklärung von einigen Völkern als Gottheiten verehrt, sind sein Spezialgebiet und er vermutet aufgrund einer Verbindung zum Atlantischen Ozean, dass eines dieser Reptile die ungewöhnlich weite Strecke zurückgelegt hat. So machen sich die Vier auf die Suche und entdecken hierbei aufgeregte Fischschwärme und einen abgetrennten Zeh. Kurz darauf ist Hectors Verdacht Gewissheit, als sie ein zwölf Meter langes Riesenkrokodil sehen. Der Versuch, das Untier mit Ultraschall anzulocken, scheint fehlzuschlagen, als es dann plötzlich doch auftaucht und - schnapp - einem Cop den Kopf abbeißt. Wenig später findet man heraus, wie sich das Krokodil mit Hilfe der alten, schrulligen Mrs. Bickerman so lange unentdeckt ernährt hat. Jack fordert Verstärkung an, um das Monsterreptil zu eliminieren, Hector aber bittet ihn, unterstützt von Kelly, darum, eine Chance zum Betäuben zu erhalten, um das extraordinäre Tier am Leben zu halten und abzutransportieren. Nur wenige Stunden bleiben...
Die Story von "Lake Placid" klingt nicht nur altbekannt und ausgelutscht, sie ist es auch. Beinahe die gesamte Handlung scheint von Anfang an ziemlich vorhersehbar zu sein, und so lebt der Streifen auch mehr von den teilweise doch recht witzigen Dialogen bei den kleinen Streitigkeiten als von Spannung. Selbige versucht man durch die Musik oder durch Schockmomenten billigster Güte (wenn zum Beispiel ein normaler Seebewohner mit lautem Orchester-Schreck-Klang aus seinem Versteck kommt) zu erzeugen. Ärgerlicherweise bleibt auch die vorhersehbare Annäherung von Kelly und Jack nicht wirklich aus, und einige Szenen wirken mehr als unrealistisch, so dass der Streifen nicht begeistern kann. Für Steve Miner, der an einigen "Freitag, der 13."-Filmen beteiligt war und auch bei "Halloween H20" oder dem großartigen "House" Regie führte, sicherlich einer der schlechteren Filme.
Wertung: 4 von 10 Punkten

(Tobi)