Rugrats - der Film

Zeichentrick, R: Norton Virgien, Igor Kovalyov, 80 Min.

Seit Jahren sind die "Rugrats" die erfolgreichste TV-Kinderserie in den Staaten und auch hierzulande erfreuen sie sich bei den jüngeren Zuschauern immer größerer Beliebtheit. Was also wäre einleuchtender als sie bei diesem Erfolg auch auf die Kinoleinwand zu bringen? Gesagt getan, und so beglücken uns die chaotischen Säuglinge mit ihrem neuesten Abenteuer, das sich aber erstmal so gar nicht abenteuerlich anläßt. Familie Pickles bekommt nämlich zum zweiten Mal Nachwuchs, der natürlich die ganze Aufmerksamkeit der Eltern auf sich zieht, wodurch sich Bruder Tommy und seine Freunde selbstverstädlich vernachlässigt fühlen und beschließen, ihn dorthin zurückzubringen, wo er herkam: ins Krankenhaus. Doch damit kann das Abenteuer beginnen, denn die Babies landen natürlich nicht im Krankenhaus sondern in einem großen, finsteren Wald, in dem sich auch ganz andere verirren würden. Dort haben sie so manche Schwierigkeit zu überstehen, seien es nun die aus einem entgleisten Zirkuswaggon entkommenen Affen, die ihnen das Leben schwer machen, oder der böse Wolf, der ihnen nachstellt. Dabei merkt man der recht einfach gestrickten Handlung zwar an, daß sie hauptsächlich für Kinder erdacht wurde, aber dennoch braucht man sich auch als Erwachsener nicht zu langweilen, hat man doch reichlich Gelegenheit sich über die gelungene Animation zu freuen, bei der die realistische Schattenbildung und besonders das Spielen mit gezielter Unschärfe und Fokussierung, das in mancher Szene einen Realfilmeffekt erzeugt, Erstaunen hervorrufen. Das Produktionsteam um Arlene Klasky ist so ihrem Konzept treu geblieben, Filme nicht nur für Kinder zu machen, damit die ihre Eltern nicht mehr zwingen müssen, diese mit ihnen anzuschauen. Und Alltagsprobleme von Kindern, wie z. B. Eifersucht nach der Geburt eines Bruders sind allemal interessant genug, um auch von Erwachsenen verfolgt zu werden. Kinder aber, und die sind auf jeden Fall die Hauptzielgruppe dieses Streifens, haben an den vielen Gags und witzigen Dialogen, die die Älteren im Zuschauerraum nicht so richtig erreichen, ihre helle Freude, wie die Reaktion vieler Testpersonen unzweifelhaft bewiesen hat.
Wertung: 6 von 10 Punkten

(Miguel)