Star Trek IX - Der Aufstand

D: Patrick Stewart, Brent Spiner, Donna Murphy, Anthony Zerbe, R: Jonathan Frakes, 103 Min.

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wieder ist die Enterprise unterwegs, um fremde Welten zu erforschen und den Zuschauer mit ihren Erlebnissen zu erfreuen. Bei dem dritten Kinoauftritt der neuen Besatzung um Captain Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) führt es uns diesmal zum Planeten Ba'ku, wo Commander Data (Brent Spiner), der ansonsten emotionslose Android, als Teilnehmer eines Forschungsprojekts der Konföderation völlig ausrastet und Amok läuft. Dies ist der Ausgangspunkt des neuesten Abenteuers der Enterprise ganz in alter Tradition, das Jonathan Frakes, gleichzeitig Darsteller von Commander William Riker, leichtfüßig inszeniert, der wie schon letztes Mal, auf dem Regiestuhl saß. Captain Picard kann nämlich Datas Verhalten überhaupt nicht einordnen und geht der Sache auf den Grund. Dabei zeigt sich, daß Datas Fehlfunktion durch einen Beschuß hervorgerufen wurde, bei dem es auf dieser friedlichen Mission nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Der Verdacht stellt sich als nicht ganz unbegründet heraus, denn Picard kommt mit der Unterstützung seiner Mannschaft den Son'a auf die Schliche, die die Ba'ku von ihrem Heimatplaneten deportieren wollen, um die dortige kosmische Strahlung, die den Alterungsprozeß verlangsamt, für sich selbst zu nutzen, denn sie streben schon lange nach ewiger Jugend, die sie bisher durch künstliche Behandlungen inklusive regelmäßiger Face-Liftings (Kompliment an die Maskenbildner) zu erlangen suchten. Dieses Vorhaben kann Picard natürlich nicht dulden, widerspricht es doch den Prinzipien der Konföderation, in das Leben anderer Völker einzugreifen. Was sein Streben nach Gerechtigkeit allerdings ein wenig behindert, ist die Tatsache, daß die Konföderation selbst in Form von Admiral Dougherty (Anthony Zerbe) an den Plänen beteiligt und bereit ist, die 600 Ba'ku für den Nutzen für die Menschheit zu opfern. Diese Problematik bringt eine neue Dimension in die Handlung dieses neuen Abenteuers, denn der Feind erscheint diesmal sehr viel subtiler und die Trennung von gut und böse ist nicht so einfach zu vollziehen, was auch Picard zu spüren bekommt, gerät er doch als treuer Ergebener der Sternenflotte in einen heftigen Gewissenskonflikt, weil er eine Entscheidung zwischen Befehlsverweigerung und Handeln gegen seine individuelle Überzeugung treffen muß. Damit sie ihm aber nicht allzu schwer fällt, und auch die Sympathien der Zuschauer eindeutig verteilt sind, kriegen die Ba'ku das Saubermann-Image des herzensguten, bescheidenen Handwerker-Völkchens verpaßt, und Picard wird die Ba'ku-Frau Anij (Donna Murphy) an die Seite gestellt, zu der er auch gleich zarte Bande zu knüpfen beginnt. Nichtsdestotrotz legt Jonathan Frakes hier ein unterhaltsames, spannendes Stück Film ohne größere Längen vor, in dem auch die Darsteller auf der ganzen Linie überzeugen, und dem die erstmals in der Star Trek-Reihe verwendeten Computersimulationen zusätzlich Tempo verleihen. Außerdem wird beim Humor erfreulicherweise weitgehend auf Insider-Gags verzichtet, so daß auch Nicht-Trekkies auf ihre Kosten kommen und sich über die Frühlingsgefühle, die die Crew aufgrund der Strahlung überkommen und einen Commander Data, der durch einen Ba'ku-Jungen den Spaß am Streiche spielen entdeckt, freuen können.
Wertung: 7 von 10 Punkten

(Miguel)