Stigmata

D: Patricia Arquette, Gabriel Byrne, Jonathan Pryce, R: Rupert Wainwright, 102 Min.

Frankie Paige (Patricia Arquette) ist eine lebenslustige, flippige junge Frau wie viele andere in Pittsburgh auch. Sie arbeitet als Friseurin, geht auf Parties, lebt eben ein normales, leicht chaotisches Leben, bis sie eines Tages von ihrer Mutter ein Päckchen aus Südamerika erhält, wo sich diese gerade aufhält. Der unter anderem enthaltene Rosenkranz interessiert Frankie nicht besonders, also wirft sie ihn in irgendeine Ecke ihrer Wohnung. Die nächsten Tage werden zur Hölle, denn plötzlich wird die 23-jährige zur Zielscheibe von Attacken einer unbekannten Macht. Sie erleidet Höllenschmerzen und hat blutende Wunden, ohne dass ihr jemand etwas angetan hat, von Momenten, die sie von einer Sekunde auf die andere ereilen, in der U-Bahn, auf der Straße, in der Wohnung. Ärzte können ihr nicht helfen, und auch ihre Freundinnen sind ratlos. Was ist mit Frankie los? Und was hat es mit den Wunden auf sich, die nicht an willkürlichen Stellen auftreten, sondern die Wundmale Jesu zu sein scheinen. Als eine Vorfall zufällig von einer Überwachungskamera festgehalten wird und der Vatikan über Presseberichte Interesse an dem Fall bekommt, da schickt Kardinal Houseman (Jonathan Pryce) zu Nachforschungen Pater Andrew Kiernan (Gabriel Byrne) nach Pittsburgh, der normalerweise Phänomene wie Blut weinende Madonna-Statuen oder ähnliche Vorfälle im Zusammenhang mit der Kirche untersucht, um Betrüger zu entlarven. Als er Frankie kennenlernt, klärt er sie auf, dass es tief gläubige Menschen gibt, die unter sogenannten Stigmata leiden, die Jesus Kreuzigungsschmerzen erleiden. Als Frankie ihn aufklärt, dass sie nicht an Gott glaubt, da scheint der Fall nicht mehr in seine Zuständigkeit zu fallen, trotzdem aber entschließt er sich gegen den Willen des Vatikans, der verzweifelten Frau zu helfen, zumal es eindeutig scheint, dass es sich um die Wunden Christi handelt. In Anfällen spricht sie plötzlich sogar altertümliche Sprache, wird zum Sprachorgan fremder Macht oder schreibt in bisher nicht gekannter Schrift ihre Wand voll. Doch wer ist es, der Frankie als Botschafterin benutzt? Ein Freund Andrews im Vatikan, der sich mit alten Schriften auskennt, kann seinen Augen kaum Glauben, als er die Fotos der ominösen Wand sieht...
"Stigmata" ist ein Film, der sehr von seiner düsteren Stimmung lebt, vom Zusammenspiel greller Bilder und Dramatik hebender Musik. Patricia Arquette spielt die leidende Frau solide, Gabriel Byrne den zwischen Glauben und wissenschaftlicher Neugier hin- und hergezogenen Pater gut. Die Handlung ist zwar nicht vorhersehbar, jedoch auch nicht überragend spannungsreich. Man fragt sich, warum sich Frankie bei ihren Qualen und ihrer Aussichtslosigkeit nicht einfach selbst den Strick dreht und ob der Film sich dadurch abwerten wird, die mögliche Pater-verliebt-sich-in-Frau-Situation auch Wirklichkeit werden zu lassen. Das einigermaßen actionreiche Ende entschädigt für stellenweise doch eher in die Länge gezogene oder künstlich mit Thrill behaftete Szenen, ist jedoch, ohne es verraten zu wollen, auch irgendwie ärgerlich. Kein überragender Film, weder als Horrorstreifen, noch als Thriller, aber als Mixtur aus beidem, vor allem aufgrund seiner Stimmung, ganz okay.
Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)