Wing Commander

D: Freddie Prinze Jr., Saffron Burrows, Matthew Lillard, Jürgen Prochnow, R: Chris Roberts, 100 Min.

Wing Commander dieser Titel eines Kinofilms ruft bei einem sofort die Assoziation eines actionreichen Weltraumabenteuers mit viel Geballer und wenig Tiefgang hervor und, man behält Recht. Was man hier geboten bekommt, entspricht nämlich komplett dem Bild des gängigen Science-Fiction-Films alter Machart la "Kampfstern Galactica Angriff der Zylonen" und erfüllt dabei so ziemlich alle Klischees, die auf diesem Gebiet existieren. So schickt das Produktionsteam um Regisseur Chris Roberts, der interressanterweise mit seiner Firma Digital Anvil, die hier für die Special Effects verantwortlich zeichnet, auch das gleichnamige Computerspiel entwickelte, mit Christopher Blair und Todd Marshall zwei schneidige, junge Kampfpiloten (die noch dazu von den Jungstars Freddie Prinze Jr. und Matthew Lillard gespielt werden) in den Kampf gegen die bösen Kilrathis, einer fiesen Alien-Rasse, die die Erde angreifen wollen. Da ist natürlich klar, dass unsere beiden Helden schon im ersten Gefecht ein fürchterlicher Feuertod ereilen wird, und die garstigen Außerirdischen die Erde zerstören, nachdem sie die Herrschaft über das Universum erlangt haben. Aber mal im Ernst, ein bisschen mehr Mühe hätte man sich mit der Entwicklung des Drehbuchs schon geben können, ist doch der Ausgang der eigentlich auf Spannung ausgelegten Szenen so überraschend wie die Abfolge der Jahreszeiten, was zugegebenermaßen, wenn auch unfreiwillig, eine gewisse Komik beinhaltet. Denn man kann sich doch ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn inklusive Musik alle dramaturgischen Register gezogen werden, um Hochspannung zu erzeugen, während die Handlung auf ihr überaus offensichtliches Ende zusteuert. Nun könnte man auf die Idee kommen, man hat es mit einer etwas ernster geratenen Parodie zu tun, wofür ja durchaus einiges sprechen würde, aber für eine Komödie kommen die lustigen Momente dann doch ein wenig zu kurz. Außer mit diesen amüsanten Sequenzen sorgt der Streifen jedoch kaum für gute Unterhaltung, was ja schon ein Armutszeugnis ist, weil er auf diese Art von Vergnügen wohl als letztes abzielt und Zuschauer mit weniger spaßigem Gemüt statt mit Lachen durchaus auch mit Verärgerung reagieren können. Dies ist aber, betrachtet man das Gesamtwerk, bestimmt die angemessene Reaktion auf diesen Film, obwohl die Weltraumgefechte gut animiert sind, was aber die Schwächen im Konzept nicht im geringsten aufwiegen kann. Dabei fällt nicht nur auf, dass man nach wenigen gesehenen Minuten die gesamte Handlung vorhersagen kann, sondern auch, dass bei der Besetzung äußerst konservativ vorgegangen wurde für Jürgen Prochnow bleibt mal wieder nur die Rolle des misstrauischen, zwielichtigen Offiziers Gerald, für ein positiveres Image ist er anscheinend nicht gutaussehend genug was sich nahtlos in die Schwarz-Weiß-Malerei einfügt. Somit taugt der Film mit seiner Anspruchslosigkeit allenfalls zur Berieselung bei Tätigkeiten wie Bügeln oder Abwaschen, denen man allerdings im Kino schwerlich nachgehen kann.
Wertung: 2 von 10 Punkten

(Miguel)