Zauberhafte Schwestern

D: Sandra Bullock, Nicole Kidman, Aidan Quinn, R: Griffin Dunne, 102 Min.

Das ist doch mal ein netter Film. Wobei "nett" hier in seiner ganzen Doppeldeutigkeit zu verstehen ist, denn es ist zwar ein positives Attribut, sagt aber auch aus, daß man eine ganze Menge an Qualitäten vermißt, die einen großen Film ausmachen. Dazu gehört zum Beispiel eine tiefgründige, anspruchsvolle Handlung, die einen zum Nachdenken anregt und so eine gewisse Zeit lang beschäftigen oder sogar fesseln kann. Davon kann hier nämlich keine Rede sein, wird doch die Geschichte zweier Schwestern erzählt, in deren Familie schon über mehrere Generationen die Fähigkeit zu zaubern weitergegeben wird, was sie allerdings damit bezahlen müssen, daß auf ihnen ein Fluch lastet. Dieser bewirkt, daß alle Männer, in die sie sich verlieben, alsbald der Tod ereilt. Damit kann Gillian (Nicole Kidman), die eine, sehr gut leben, da sie allenfalls längere Affären hat, Sally (Sandra Bullock), die andere, jedoch möchte am liebsten mit der Zauberei nichts zu tun haben und dafür ein ganz normales Leben frei von Flüchen und Diskriminierung von der Nachbarschaft führen. Sie lernt dann auch prompt den Mann ihres Lebens kennen, gründet mit ihm eine Familie und verliert ihn umgehend durch einen Unfall. Von da an lebt sie mit ihren Kindern und ihren zwei Tanten zusammen und verfolgt aus der Ferne die Eskapaden ihrer Schwester, die ihr Leben in vollen Zügen genießt, bis einer ihrer Liebhaber sie mißhandelt, und sie sich hilfesuchend an Sally wendet. Diese Story mag zwar phantasievoll ausgedacht sein, kommt dem nicht gläserrückenden Zuschauer aber allzu absurd vor und taugt außerdem nur zur sanften Berieselung, denn trotz der Beseitigung des gewalttätigen Liebhabers und den darauffolgenden Ermittlungen des smarten Polizisten Gary (Aidan Quinn), der natürlich gleich Sallys Herz erobert, fehlt irgendwie der richtige Kick, der einem einen Einstieg in den Film ermöglicht. Und so plätschert der Film so vor sich hin, zeigt einem, was man mit Zauberei so alles anstellen kann und welche Verwicklungen sie zur Folge haben kann. Dabei gibt sich das liebreizende Duo Bullock/Kidman redliche Mühe, die unterschiedlichen Charaktere der Schwestern, die zu verschiedener Bewältigung von besagten Problemen in Herzensangelegenheiten führen, zum Ausdruck zu bringen, was ihnen auch ganz gut gelingt, und sie können sich durchaus Sympathien erspielen. Aber was hier an übernatürlichem Humbug, unterstützt durch unpassende Tricktechnik, verzapft wird, macht wieder zunichte, was eigentlich ein recht ansehnliches Liebesdrama hätte werden können. Doch so schaut man sich eben einen ganz netten Film an und fragt sich am Ende, was das alles eigentlich sollte.
Wertung: 4 von 10 Punkten

(Miguel)