KRAMPUS
Darsteller:  Adam Scott, Toni Collette, David Koechner, Emjay Anthony
Regie:  Michael Dougherty
Dauer:  98 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  www.krampus-film.de
 

Es ist ja jedes Jahr das gleiche Spiel: Das Kinoprogramm signalisiert unmissverständlich, dass es stramm auf Weihnachten zugeht. Schön aber, dass sich neben all den Animationen und romantischen Komödien immer wieder Platz findet für den etwas anderen Film. In diese Nische platziert Michael Dougherty, der vor einigen Jahren mit seinem kleinen aber feinen „Trick 'r Treat“ aufhorchen ließ, in dem er eine Handvoll Leute an Halloween aufeinander hetzte, jetzt seinen alternativen Weihnachtsschocker.

Es geht um die schreckliche Figur des Krampus - dem überwiegend alpenländischen Brauchtum nach antagonistischer Begleiter des Nikolaus, in etwa mit dem besser bekannten Knecht Ruprecht vergleichbar, der die unartigen Kinder bestraft -, der das Fest einer amerikanischen Durchschnittsfamilie ordentlich auf den Kopf stellt. Dabei fängt eigentlich alles ganz harmlos an, sieht man mal davon ab, dass die Feiertage des kleinen Max (Emjay Anthony) durch den Einfall der nicht sonderlich beliebten Familie seiner Tante Linda (Allison Tolman) mal wieder ruiniert scheinen. Kaum hat die sich im Haus breitgemacht, geht beim abendlichen Essen – Vorsicht, Klassiker! - auch schon der Zoff los.

Das alles ist nett inszeniert, hat man aber mindestens bei Chevy Chase schon um Klassen besser gesehen. Was dann aber am verschneiten Weihnachtsmorgen folgt, nimmt schon fast Züge von Robert Rodriguez' „From Dusk till Dawn an“, so abgehoben entgleist die Handlung teilweise. Hat man sich gerade damit abgefunden, dass die Familie aufgrund von Max' Verdammen des weihnachtlichen Geistes den vollen Zorn des Krampus zu spüren bekommt, so muss man sich fast minütlich an neue Heimsuchungen gewöhnen. Da wüten üble Spielzeugmonster auf dem Dachboden, fressen die halbe Sippschaft auf und machen auch vor der Nachbarschaft nicht Halt und kommen wildgewordene Elfen zu Hilfe gegen die sich verteidigende Familie. Betrachtet man das Ganze aus einem ironischen Blickwinkel, kann man dem Spatter durchaus etwas Komisches abgewinnen, aber spätestens wenn einem von Max' österreichischer Großmutter (Krista Stadler) der Ursprung des Fluchs mit einer alten Hokus Pokus-Geschichte aufgetischt wird, kommen bezüglich der Intention des Streifens berechtigte Zweifel auf.

Einziger Lichtblick und Augenzwinkern zugleich sind die kleinen Lebkuchenmännchen, denen wegen ihrer Physis die profanen Mittel der anderen Monster nicht zur Verfügung stehen und die sich deshalb allerhand menschgemachter Waffen bedienen müssen. Alternative Weihnachts-Horrorgeschichte, immer gerne, aber hier bleibt dann der Sinn doch weitgehend auf der Strecke.



Wertung: 4 von 10 Punkten

(Mick)