Last Samurai



D: Tom Cruise, Ken Watanabe, Timothy Spall, R: Edward Zwick, 154 Min.

Wir schreiben das Jahr 1876. Seine Kämpfe im amerikanischen Bürgerkrieg brachten Captain Nathan Algren (Tom Cruise) einst Ehre. Später jedoch zog er zusammen mit brutalen, eigensinnigen Männern um Colonel Bagley (Tony Goldwyn) gegen die Indianer ins Feld, wofür ihn Albträume der bösen Abschlachtung heute noch bestrafen, ihn zum versoffenen Vorzeigeobjekt für Rassengegener machen. Als es soweit gekommen ist, dass er für ein paar lausige Dollar beim Gewehrverkauf durch imposante Schusskünste hilft, wird ihm ein verlockendes Angebot unterbreitet. Für 500 Dollar monatlich soll er zusammen mit Bagley dem jungen japanischen Kaiser Meiji (Shichinosuke Nakamura) eine moderne Armee nach westlichem Muster aufbauen. So ein Angebot kann man natürlich nicht ausschlagen. In Japan angekommen, wird schnell klar, dass es lange dauern wird, aus den fleißigen, aber unerfahrenen Amateursoldaten kampfbereite Krieger zu machen. Ziel ist es, die berüchtigte und eigentlich hoch angesehene Kriegerkaste der Samurai auszulöschen, die sich gegen die alte Werte bedrohenden Modernisierungen im Land mit Gewalt zur Wehr setzt. Zwar haben die Samurai keine Schusswaffen, jedoch sind sie ausgebildete Kämpfer und bereit, für ihre Sache zu sterben. Bei einem ersten, übereilt von General Omura (Masato Harada) gegen Algrens Wunsch beschlossenen Angriff unterliegen die unprofessionell agierenden, eingeschüchterten Soldaten des Kaisers. Algren wird auf Grund seiner Tapferkeit vom Samurai-Anführer Katsumoto (Ken Watanabe) schwer verletzt verschont, aber mit ins heimatliche Dorf genommen. Ziel Katsumotos ist es, vom Amerikaner etwas über den Feind zu lernen. Zuerst aber mal lässt er diesen von der Witwe seines Bruders, den Algren tötete, und ihrer Familie gesund pflegen. Auch ist keine wirkliche Gefangenschaft zu spüren. Algren ist überwältigt von der Gastfreundschaft und dem Mut der Samurai, vom charismatischen und überraschend gut seine Sprache sprechenden Katsumoto und letztendlich auch von den eigentlich sehr sinnvollen Zielen der Krieger. Nach und nach sympathisiert er mit ihnen und wechselt die Seiten - bloß haben Bagley und Omura in der Zwischenzeit eine riesige Heerschaft an guten Kämpfern ausgebildet, gegen die keine Chance zu bestehen scheint...

"Last Samurai" ist wie "Herr der Ringe" ein Film, den man auf jeden Fall im Kino sehen sollte, nicht erst später im Wohnzimmer auf DVD oder im Fernsehen. In toller Landschaft wird die Geschichte Algrens episch erzählt, aber nie langweilig. Cruise und Watanabe spielen sehr überzeugend auf - vielleicht klappt es ja dieses Jahr wirklich mit dem erhofften Oscar für Tom. Untermalt wird alles von nicht minder epischer und bestens passender Musik, was beim Namen Hans Zimmer nicht verwundert. Die Schlachtszenen sind aufwändig inszeniert, und auch wenn nicht immer alles als realistisch bezeichnet werden kann, der Film ist wirklich gut.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)