Lebenslänglich

D: Eddie Murphy, Martin Lawrence, R: Ted Demme, 108 Min.

Eddie Murphy war ganz früher mal ein allseits beliebter Schauspieler und begeisterte mit "Beverly Hills Cop" oder "Nur 48 Stunden" das Publikum, bevor er mit nicht wenigen blödsinnigen und wenig spaßigen Klamaukstreifen viel an Zuneigung verspielte. Jetzt findet er so langsam wieder zur Form zurück, da er anscheinend eingesehen hat, dass man nicht um jeden Preis den Lacher provozieren muss. Mit Martin Lawrence verhält es sich ähnlich im Zeitraffer. "Bad Boys" (an der Seite vom Will Smith) war ein Hit, "Der Diamantencop" der vielleicht mieseste Film des vergangenen Jahres. Zusammen sind sie nun in einem anständigen und überraschend unklamaukigen Film zurück, den Eddie Murphy übrigens auch mit produziert hat.
New York, 1932. In einem Nachtclub raubt der Gelegenheitsdieb Ray (Murphy) dem abgebrannten Bankangestellten Claude (Lawrence), der seine Freundin ausführen wollte und vor einer viel zu hohen Rechnung auf die Toilette flieht, das Portemonnaie, um seine Schulden beim Clubbesitzer Spanky zu begleichen. Dieser schnappt sich die beiden und bearbeitet sie mit seinen Männern solange, bis Ray und Claude einwilligen, illegal Schnaps aus Mississippi für ihn zu transportieren. Sie mögen sich zwar nicht besonders, haben aber keine andere Wahl, also machen sich Ray und Claude auf den Weg. Am Ziel angekommen, kann Ray sich nicht zurückhalten, einem dortigen Club einen Besuch abzustatten. Der Abend endet böse, denn Ray und Claude verlieren nicht nur all das von Spanky geliehene Geld, nein, sie werden sogar noch fälschlicherweise eines Mordes beschuldigt und kurz darauf zu lebenslanger Haft verurteilt. Fortan fristen sie ihr Dasein im Staatsgefängnis von Mississippi, zwischen Knochenarbeit auf den Baumwollfeldern und gemeinschaftlichen Momenten mit den anderen Knastbrüdern, die anfangs sehr unterschiedlich auf sie reagieren. Ab und an versuchen sie zu fliehen, gelingen will es ihnen aber anscheinend nie, und so scheint das ihnen zustehende Leben in Freiheit ein Traum zu bleiben, während sie älter und älter werden.
"Lebenslänglich" erzählt vom Leben im Gefängnis, von Hoffnung und Verzweiflung, von Fügung in das und Aufbäumen gegen das Schicksal, von lustigen Momenten und Streitszenen, von Gemeinschaft und Alleinsein, und vom Älterwerden. Eddie Murphy und Martin Lawrence spielen ihre Rollen gut, vor allem auch im Stadium der alten Männer, die von der Maske wunderbar hergerichtet wurden. Glücklicherweise ersetzen augenzwinkernde Dialoge und kleine Gags die platten Gassenhauer, die man befürchten konnte, und sowieso ist der Film ebenso nachdenklich wie in Ansätzen humoristisch gemacht. Ein netter Film, den man von diesem Gespann gar nicht so erwarten konnte, der umso mehr gefällt.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)