LINCOLN
Darsteller:  Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn, Tommy Lee Jones
Regie:  Steven Spielberg
Dauer:  152 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.lincoln-derfilm.de
 

Wenn sich Steven Spielberg einem US-Präsidenten widmet, dann gibt es etwas Besonderes zu erzählen. Ja, gut, das könnte bei diesem Amt stets der Fall sein, aber da Spielberg ja nicht für Sensations-Journalismus steht, gibt es hier sicher etwas zu lernen. Und so ist es auch. In "Lincoln" geht es nicht primär um das Attentat auf den 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, und gar nicht um dessen Weg zum Präsidentenamt. Es geht um die letzten 16 Monate seiner Amts- und tragischerweise ja auch Lebenszeit - und um den Menschen hinter dem Amt. Da Spielberg nicht Spielberg wäre, wenn der Film nicht so nahe wie nur möglich an der Realität liegt, lernt man als Zuschauer, dass Abraham Lincoln ein sehr volksnaher Präsident war, der vor allem Ruhe austrahlte und durch das Erzählen von Geschichten und Anekdoten überall beliebt war. Man lernt aber auch, dass Lincoln auch mal mächtig auf den Putz hauen konnte, um seine Linie durchzusetzen - und dass er eine hatte. Es ist mehr als interessant, zu sehen, wie Lincoln den Spagat schafft, einerseits den Bürgerkrieg beenden und andererseits die Sklaverei abschaffen zu wollen - gegen interne Gegner wie auch Feinde auf allen Linien...

Daniel Day-Lewis spielt Lincoln überragend und ist ein ganz klarer Oscar®-Kandidat. Die restliche Besetzung ist ebenfalls bestens ausgesucht und weiß zu überzeugen - nicht nur Tommy Lee Jones als republikanischer Kongress-Abgeordneter Thaddeus Stevens oder Sally Field als Lincolns Frau Mary Todd Lincoln. Vor allem aber ist es die Inszenierung von Steven Spielberg, die fesselt - ohne Hektik erzählt er selbst über die lange Spielzeit stets fesselnd die Geschichte. Klasse! Oscar®-Kandidat für den besten Film wie auch besten Hauptdarsteller, ohne Frage.

Wertung: 10 von 10 Punkten

(Tobi)