LOGAN
Darsteller:  Hugh Jackman, Dafne Keen, Patrick Steward, Boyd Holbrook
Regie:  James Mangold
Dauer:  137 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  www.fox.de/logan
 

Jetzt also Teil zehn einer weiteren, anscheinend bis ins Unendliche fortsetzbaren Reihe, der man schon vor geraumer Zeit angesichts schwindender Originalität irgendwie ein wohlverdientes Ende gewünscht hat. Aber tun wir ihr mal nicht zu sehr unrecht, denn schließlich hatte jede vorangegangene Episode ihre Eigenheiten und bestätigte nicht zuletzt durch ihre riesige, nicht abnehmende Fangemeinde ihre Daseinsberechtigung. So wartet jetzt ganz besonders auch der neueste X-Men-Film tatsächlich wieder mit ganz neuen Ideen auf, die jeden Gedanken an die kommerzielle Ausbeutung der Serie deutlich in den Hintergrund treten lassen.

Wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft, und der Mythos von Logans (Hugh Jackman) Unsterblichkeit scheint doch gewaltig zu bröckeln. Als Schatten seiner selbst verdingt er sich als Limousinen-Chauffeur und kann nur noch mit einer ordentlichen Dosis Alkohol ertragen, dass seine Selbstheilungskräfte mit dem Alter merklich schwinden. Sein einziger Antrieb ist die Pflege seines einstigen Mentors Charles (Patrick Steward), der mittlerweile stark unter seiner Alzheimerkrankheit leidet und sich auf einem alten Fabrikgelände versteckt hält. Wie einen Abgesang auf die glorreichen X-Men inszeniert James Mangold ("Wolverine", "Cop Land") die ersten Szenen, so deprimierend wirkt das ganze Setting. Aber so schnell sind die inzwischen fast ausgerotteten Mutanten nun doch nicht totzukriegen.

Logans Lebensgeister werden recht schnell durch die kleine Laura (schön unschuldig: Dafne Keen) geweckt, die als Wolverine-Klon mit ihren Schicksalsgenossen dem Gentechnik-Konzern entkommen konnte und nun von dessen fiesen Häschern gejagt wird. Die, allen voran Donald Pierce (Boyd Holbrook), sind Logan überhaupt nicht sympathisch, und nicht zuletzt die von Lauras Mutter kurz vor ihrem Tod via Aufzeichnung übermittelte Geschichte der neu geschaffenen Mutanten aktiviert seinen natürlichen Schutzinstinkt vollends. Das Feld ist also bereitet für eine schöne Verfolgungsjagd alten Strickmusters, auf der Laura Logan aber erstmal davon überzeugen muss, dass ihr Ziel und Refugium aller Mutanten kein einem alten Comic entlehntes Hirngespinst ihrer Mutter ist, sondern wirklich eine Reise wert.

Die legt Mangold als typisches Vater-Tochter-Drama an, schließlich ist Laura, die es faustdick hinter den Ohren hat, ja aus Logans DNA geklont worden, und der kann sich seiner Vertantwortung dann doch nicht vollständig entziehen, so vehement er sich gegen sie auch zu wehren versucht. Gerade das aber verleiht der gewöhnlichen Hatz eine erfrischende Ebene, die im ansosnsten bisweilen zum wilden Gemetzel ausartenden Plot immer wieder durch nette Dialoge für Abwechslung sorgt. Da dürfen dann schon mal Köpfe rollen, und die Klingen der kleinen Mutantin in Gesichter schlagen, dass das Blut nur so spritzt. Bleibt nur zu hoffen, dass die kleine Dafne Keen, die die zwei Gesichter ihrer Laura wirklich sensationell verkörpert, nicht trotz aller Bluescreen-Technik einen bleibenden Schaden davonträgt.



Wertung: 6 von 10 Punkten



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(Mick)