MACHTLOS
Darsteller:  Jake Gyllenhaal, Reese Witherspoon, Alan Arkin, Meryl Streep
Regie:  Gavin Hood
Dauer:  122 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Weblink:  www.machtlos-derfilm.de
 

Hier ist der nächste Beitrag zum Thema Terrorbekämpfung, das die US-Filmemacher genauso wie die Gesamtbevölkerung in letzter Zeit so sehr beschäftigt. Doch abseits aller Bedrohungsängste, die die Regierung als Rechtfertigung ihrer rigorosen Politik überall schürt und nur allzu gern auch durch das Kino transportiert sieht, existieren auch weitaus weniger vorbelastete Herangehensweisen.

Regisseur Gavin Hood, der voriges Jahr mit seinem südafrikanischen Township-Drama „Tsotsi“ den Oscar für den besten femdsprachigen Film gewann, beleuchtet mit seinem neuen Werk die eher dunkle und unangenehme Seite des amerikanischen Anti-Terror-Kampfes. Im Zentrum steht nämlich eine der sognannten „extraordinary renditions“, bei denen die US-Strafverfolgungsbehörden terrorverdächtige Nicht-Amerikaner ins Ausland verschleppen und dort ohne Bindung an US-Gesetze verhören und oftmals foltern. In diesem Fall wird der ägyptischstämmige Ingenieur Anwar El-Ibrahimi (Omar Metwally) nach einem Bombenanschlag in Nordafrika, bei dem auch ein CIA-Mann ums Leben gekommen ist, auf seiner Rückreise von einer Konferenz als Verdächtiger auf dem Flughafen festgehalten und anschließend in ein fremdes Land gebracht.

Im Folgenden wird einem die Geschichte größtenteils unter zwei Blickwinkeln präsentiert. Da ist zunächst der emotional aufwühlende von Anwars zurückbleibender, ahnungsloser, und um das Ganze ein wenig zu dramatisieren: hochschwangerer, Frau Isabella (Reese Witherspoon), mit der man den Albtraum jedes liebenden Menschen durchlebt. Bestärkt wird das Ganze noch durch die Halsstarrigkeit und Verlogenheit der Politiker, allen voran CIA-Frau Whitman (herrlich durchtrieben: Meryl Streep), an denen Isabellas Aufklärungsbemühungen ohne Reaktion abprallen. Gleichzeitig bekommt man jedoch durch den besonnenen CIA-Ermittler Douglas Freeman (Jake Gyllenhaal), der selbst bei dem Anschlag verletzt wurde, einen eher sachlichen Einblick in die nordafrikanischen Verhältnisse.

Der verkörpert dann immer mehr das Auge des Betrachters bei der Beurteilung der Dinge, schwankt bei den Verhören Anwars wie der Zuschauer zwischen Verdächtigung wegen angeblicher Handy-Kontakte zu einer ägyptischen Terrorzelle und Unschuldsvermutung und weiß selbst nicht so richtig, wie er mit der Foltersituation umgehen soll.

Dass in einer Parallelhandlung gerade die Tochter des nordafrikanischen – das Land wird aus naheliegenden Gründen im gesamten Film nicht genannt – Folterknechts in Kontakt mit radikalen Islamisten kommt, zeigt zwar die Spaltung der islamischen Gesellschaft auf, trägt aber sonst nur zur Auflösung der Geschichte bei. Seine Dramatik bezieht der Streifen eindeutig aus der Gegenüberstellung der zwei Positionen und die von Gyllenhaal hervorragend transportierte Suche nach Gerechtigkeit, die keinen kalt lassen sollte.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)