MADAGASCAR 2
Art:  Animation
Regie:  Eric Darnell, Tom McGrath
Dauer:  89 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Weblink:  movies.uip.de/madagascar2
 

Eine rieisige Anzahl Menschen wollte vor drei Jahren Zeuge der Irrfahrt einiger kauziger New Yorker Zootiere werden, die erst auf Madagaskar ihr Ende fand, und machte „Madagascar“ damit weltweit zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres. Jetzt haben die damals wegen ihrer Eigenheiten Liebgewonnenen (Löwe Alex, Zebra Marty, Giraffe Melman und Nilpferd Gloria) allerdings die Insel langsam satt und wollen zurück nach Hause. Das soll mit Hilfe eines alten Flugzeugwracks bewerkstelligt werden, das die Pinguine und eine ganze Arbeitskolonne Schimpansen, die ganz zum Leidwesen der coolen Seevögel auch noch gewerkschaftlich organisiert sind, wieder flott machen. So erstaunlich es ist, dass sie die Kiste tatsächlich zum Fliegen kriegen, so unverwunderlich ist es dann, dass die Reise sehr aprupt wieder endet. Unsere Freunde finden sich daraufhin unversehens mitten in der afrikanischen Savanne wieder und sehen sich so zum ersten Mal mit ihrem ursprünglichen Herkunftsort konfrontiert.

Das ist natürlich gut durchdacht und bietet der Geschichte fast unendliche Entwicklungsmöglichkeiten, die auch wahrgenommen und liebevoll in Szene gesetzt werden. Allerdings kommt die Handlung manchmal doch recht konstruiert daher, denn Alex trifft, welch Zufall, gleich zum Anfang des afrikanischen Abenteuers auf seine Eltern und muss sich fortan als standesgemäßer Nachfolger seines Vaters als Löwenhäuptling beweisen. Wie sich die Story dann aber im weiteren Verlauf entwickelt, ist schon wieder fantasievoll weitergesponnen und über die gesamte Zeit überaus unterhaltsam. Bis in die Nebenhandlungsstränge, ob nun Martys Existenzkrise als Einer unter Hunderten in der Zebraherde oder Melmans heimliche Liebe zu Gloria, darf man wieder jederzeit mit einem witzigen Spruch rechnen.

Die eigentlichen Helden aber sind die vier Pinguine, die schon im ersten Teil einen beifallsumrauschten Kurzauftritt hatten und jetzt, im Deutschen übrigens von den Fantastischen Vier wieder wirklich fantastisch gesprochen, mehr Platz eingeräumt bekommen haben. Sie und der Lemurenkönig Julien – wir alle erinnern uns noch sehr gut an seine Interpretation von „I like to move it“, das dadurch ja fast schon Kultstatus erreichte - der auch wieder mit von der Partie ist, mischen mit ihren anarchischen Aktionen und saukomischen Dialogen den Laden immer dann gewaltig auf, wenn der Film ein wenig zu verflachen droht. So bereitet der Streifen ungetrübtes Vergnügen ohne allerdings mit größerem Tiefgang zu glänzen. Das aber ist für spaßige Abendunterhaltung allemal ausreichend.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)